Terror in Nigeria Boko Haram hat seit 2013 fast tausend Kinder entführt

Immer wieder werden von ihnen Schüler entführt. Seit 2013 hat die Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria nach Angaben der Unicef schon mehr als tausend Kinder verschleppt.

Gerettete Schulmädchen in Nigeria
AP

Gerettete Schulmädchen in Nigeria


Noch immer befinden sich in Nigeria mehr als hundert Schulkinder in der Gewalt von Boko Haram. Seit 2013 hat die islamistische Terrororganisation in dem westafrikanischen Land mehr als tausend Mädchen und Jungen entführt. Das geht aus einem Bericht von Unicef hervor. Ein nigerianischer Vertreter der Uno-Organisation verurteilte die wiederholten Angriffe auf Kinder in Schulen als "skrupellos".

Anlass des Reports war der vierte Jahrestag der Massenentführung in der Stadt Chibok. Damals, am 14. April 2014, waren 276 Mädchen aus einer Schule verschleppt worden. Seitdem konnten viele der Mädchen fliehen oder wurden gegen Lösegeld und im Austausch gegen inhaftierte Boko-Haram-Mitglieder freigelassen.

Im Februar hatten Boko-Haram-Kämpfer erneut mehr als hundert Kinder, die meisten von ihnen Schülerinnen, aus einem Internat in der Stadt Dapchi im Nordosten Nigerias verschleppt. Nach Verhandlungen mit der Regierung brachten die Dschihadisten die meisten Kinder zurück.

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. In dem Konflikt wurden bisher mindestens 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben.

Boko Haram lässt sich sinngemäß mit "westliche Bildung ist Sünde" übersetzen. Deshalb sind vor allem Schulen Ziel der Angriffe. Nach Angaben von Unicef wurden seit 2009 mindestens 2295 Lehrer getötet und mehr als 1400 Schulen zerstört.

als/AFP

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