Nigeria: Deutscher Ingenieur offenbar entführt

Ein Mitarbeiter eines deutschen Bauunternehmens ist in Nigeria vermutlich gewaltsam verschleppt worden. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der mutmaßlichen Entführung. Das Auswärtige Amt geht den Hinweisen nach.

Kano - Weniger als eine Woche nach den jüngsten blutigen Anschlägen in der nordnigerianischen Stadt Kano haben Bewaffnete dort nach Polizeiangaben einen Deutschen entführt. Das berichteten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Der Ingenieur, der in Kano für ein Bauunternehmen gearbeitet haben soll, sei von zwei Männern in einem Auto von einer Baustelle verschleppt worden, sagte ein Sprecher der Polizei, Magaji Majiya.

Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin mitteilte, geht das Ministerium "Hinweisen auf die Entführung eines deutschen Staatsbürgers" nach. Das Auswärtige Amt und die Botschaft arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles. Das Ministerium sei "mit allen relevanten Stellen" im Kontakt.

Wie der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf die örtliche Polizei meldete, soll der Mann für die Baufirma Dantata & Sawoe gearbeitet haben. Ein Fahrer und zwei Angreifer "verschleppten" den Mann, sagte Polizeisprecher Majiya. "Sie kamen und fesselten ihn, steckten ihn in den Kofferraum und fuhren davon." Es gebe keinen Kontakt zu den Entführern. Dem Sprecher zufolge ereignete sich der Vorfall gegen acht Uhr morgens an einer Baustelle für eine Brücke.

Es gebe bisher noch keine Hinweise darauf, ob die Entführung auf das Konto von Kriminellen oder der radikalislamischen Sekte Boko Haram gehe, sagte der Polizeisprecher.

Der Norden Nigerias ist seit Wochen von Gewalt geprägt. Bei Anschlägen mit Bombenexplosionen und Feuergefechten am Freitag vergangener Woche wurden mindestens 185 Menschen getötet, darunter Dutzende Polizisten. Zu den Gewalttaten bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.

vks/dpa/dapd/AFP

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