Nigeria: Dutzende Tote bei Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen

Im nigerianischen Bundesstaat Taraba hält die Gewalt zwischen Christen und Muslimen an. Mindestens 39 Menschen starben, rund 30 wurden schwer verletzt. Auslöser des Konflikts: ein Streit um einen Fußballplatz.

Accra - Nigeria kommt nicht zur Ruhe: Bei Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen sind erneut Dutzende Menschen getötet worden. Mindestens 39 Menschen seien am Freitag im zentralen Bundesstaat Taraba ums Leben gekommen und 30 schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Joseph Kwaji.

Außerdem seien im Zuge der Ausschreitungen in der Stadt Wukari 32 Häuser zerstört worden. Bewohnern zufolge könnte die Zahl der Toten weiter steigen. Die Auseinandersetzungen zwischen dem christlichen Volksgruppe Jukin und einer muslimischen Gruppierung brachen während eines Begräbnisses aus - ein verbaler Streit steigerte sich zu einem Kampf mit Schusswaffen und Macheten.

Die Spannungen in Wukari nehmen bereits seit Februar zu, als der Streit zwischen einer muslimischen und einer christlichen Fußballmannschaft um einen Trainingsplatz in Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern eskalierte. Die Ausschreitungen am Freitag ereigneten sich einen Tag, nachdem die Regierung des Bundesstaates Taraba einen Ausschuss zur Untersuchung der Gewalt im Februar eingesetzt hatte.

Wegen des Gewaltausbruchs verhängten die Behörden in Wukari eine 24-stündige Ausgangssperre. Zusätzlich stationierte Soldaten sollten zu einer Beruhigung der Lage beitragen. 40 mutmaßliche Verdächtige seien festgenommen worden, sagte der Polizeisprecher.

In Nigeria leben rund 250 Volksgruppen. Der Bundesstaat Taraba gehört zu dem Teil des Landes, in dem Ethnien des überwiegend christlich geprägten Südens auf den muslimisch geprägt Norden stoßen.

Zudem tobt im Norden und im Zentrum Nigerias seit Jahren ein blutiger Konflikt zwischen Sicherheitskräften und der islamistischen Organisation Boko Haram. Die Sekte kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes mit Gewalt für einen islamischen Staat. Bei Gefechten und Anschlägen auf Kirchen, Armee- und Regierungseinrichtungen wurden seit 2009 mindestens 3000 Menschen getötet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geht von mindestens 3600 Todesopfern aus, die teils auch auf das Konto der Sicherheitskräfte gingen.

sun/AFP/dpa/Reuters

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1.
Atheist_Crusader 04.05.2013
Zitat von sysopDie Auseinandersetzungen zwischen dem christlichen Volksgruppe Jukin und einer muslimischen Gruppierung brachen während eines Begräbnisses aus - ein verbaler Streit steigerte sich zu einem Kampf mit Schusswaffen und Macheten.
Jetzt könnte ein skeptischer Mensch behaupten: Niemand bringt Macheten und Schusswaffen zu einem Begräbnis mit, wenn er nicht damit rechnet, sie einzusetzen. Und dass das Ganze nicht entweder zu einer Flucht der einen Seite oder zu einem Massaker sondern zu einem Gefecht mit fast 40 Toten wurde, lässt vermuten, dass beide Gruppen bewaffnet waren. Wir sollten mal ein paar von unseren Multikulti-Predigern dort einfliegen. Für eine Woche oder so. Wer danach noch am Leben ist, hat vielleicht ein bisschen politischen Realismus gewonnen.
2.
mark-andretti 04.05.2013
Wo ist Europa ,wo sind die gutmenschen die den Armen Christen helfen ? Wird irgendwo auf der Welt ein Moslem angegriffen da gibt es weltweite Proteste ! Im umgekehrten Falle interessiert sich niemand dafür ! Armes Europa mit dem Verlust jeglicher Werte und seiner falsch interpretierten Toleranz , die eine Toleranz der Selbstvernichtung ist !
3. Religion ist Opium fürs Volk.
APPEASEMENT 04.05.2013
Zitat von sysopIm nigerianischen Bundesstaat Taraba hält die Gewalt zwischen Christen und Muslimen an. Mindestens 39 Menschen starben, rund 30 wurden schwer verletzt. Auslöser des Konflikts: ein Streit um einen Fußballplatz. Nigeria: Dutzende Tote bei Gewalt zwischen Christen und Muslimen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigeria-dutzende-tote-bei-gewalt-zwischen-christen-und-muslimen-a-898136.html)
Schlimm soetwas. Bei manchen solcher Episoden griff die eine Seite die andere an und bei der Gegenwehr wurden dann auch Angreifer schwer verletzt. In den Medien hieß es dann nur pauschal 39 Tote etc. Das aber zuerst 38 Menschen der einen Seite getötet wurden, wird nicht mehr differenzierend dargestellt. Man habt damit den Agressor auf die gleiche Stufe und das Opfer wird eigentlich auch zum Täter gemacht. In unserer Justiz nennt man das Notwehr. Eine pauschale Meldung über 39 Tote sagt gar nichts. Religion ist Opium fürs Volk. Wann wird sie endlich abgeschafft????
4.
London_Riot 04.05.2013
Zitat von Atheist_CrusaderJetzt könnte ein skeptischer Mensch behaupten: Niemand bringt Macheten und Schusswaffen zu einem Begräbnis mit, wenn er nicht damit rechnet, sie einzusetzen. Und dass das Ganze nicht entweder zu einer Flucht der einen Seite oder zu einem Massaker sondern zu einem Gefecht mit fast 40 Toten wurde, lässt vermuten, dass beide Gruppen bewaffnet waren. Wir sollten mal ein paar von unseren Multikulti-Predigern dort einfliegen. Für eine Woche oder so. Wer danach noch am Leben ist, hat vielleicht ein bisschen politischen Realismus gewonnen.
Wundert es auch keinen,dass bis zum Jahr 2011 alle diese Länder die heute im Chaos versinken ,noch als Vorbildstaaten Afrikas galten und auf dem Weg zu Demokratie und Toleranz waren. Es gab keine Spannungen zwischen Religionen und Konfessionen,sondern friedliches miteinander leben. Das ganze Drama um Afrika liegt in der Erde,es sind die Ressourcen die im Boden nur darauf warten rausgeholt zu werden und der jeniger der als erster da ist der wird auch in Zukunft über die Bodenschätze herrschen können und so auch über das Land. Man muss bei Politikern immer gut zu hören können und zwischen den Zeilen lesen und was sagte Hillary Clinton als sie in mehreren Afrika-Staaten zu Besuch war,als gerade der arabischer Frühling aufgebrochen ist. Sie hat mehrere Staaten davor gewarnt noch mehr Verträge mit China abzuschliessen und ganze Landstriche zu verpachten,weil so Clinotn "ihr dürft nicht vergessen wieviel USA in der Vergangenheit für euch getan hat" und heute klingt diese Aussage wie Warnung und Hohn,ihr könnt machen wasd ihr wollt und ihr könnt Verträge abscjliessen mit wem ihr wollt aber wir sitzem am längeren Hebel und wenn wir wollen werden wir halb Afrika in Flammen setzen. Das ist heute die Realität,Mali war demokratisches Land und Moslems haben friedlich zusammen mit Christen gelebt,es gab keine Spannungen bis in Libyen der Krieg ausgebrochen ist,als Frankreich und England aus der ganzen Region um Libyen(Niger,Nigeria,Mali,Tschad,Burkina Faso)die Kriminelle und radikale Islamisten für den Kampf angeworben haben und heute kehren diese Banden zurück in ihre Länder und destabilisieren die,da hat Frankreich 2 Fliegen aufeinmal erwischt auf einer Seite sitzen jetzt französische Firmen am Öl hebel in Libyen und die Nachbar Länder rufen nach Hilfe und Frankreich hilft gerne aus,vor allem weil in Mali die grösste Uran-Mine sich befindet und Franzosen mussten fürs Uran Geld bezahlen,heute ist es ganz anders und President Mali hat gerne die Mine an Paris überschrieben...
5.
joachim_m. 05.05.2013
Zitat von Atheist_Crusader...Wir sollten mal ein paar von unseren Multikulti-Predigern dort einfliegen. Für eine Woche oder so. Wer danach noch am Leben ist, hat vielleicht ein bisschen politischen Realismus gewonnen.
Kein Problem, wenn ich auch die entsprechenden Vollmachten und Sicherheitkräfte hätte: Fünf Jahre (von heute auf morgen kann man solche Probleme nicht lösen) und es ist Ruhe und jeder kann dort nach seiner Facon glücklich werden. Allerdings werden dann auch Leute, die sich Atheist_Crusader, schon der Name ist ein Widerspruch in sich selbst, nichts mehr zu lachen haben, weil ich konsequent gegen jeden vorgehen würde, der meint, die Menschen gegeneinander aufhetzen zu müssen, egal, ob das im Einzelfall religiös, rassistisch oder nationalistisch motiviert ist. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn das eigentliche Motiv ein anderes ist, aber die entsprechenden Pattern benutzt werden, also bspw. jemand, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen, Leute z.B. mit nationalistischen Parolen aufhetzt, damit die seine wirtschaftlichen Konkurrenten umbringen. Kurz und gut, ich würde den Menschenrechten Geltung verschaffen, und wer meint, diese bekämpfen zu müssen, bekommt schön rechtsstaatlich und menschenwürdig ein neues Zuhause mit Gittern vor den Fenstern, in dem er ganz viel Zeit hat, einmal darüber nachzudenken, ob seine religiösen oder ideologischen (ist eigentlich das selbe, wieso haben wir kein Wort für beide Fälle) Vorstellungen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen wirklich geeignet sind. Aber einfach einmal so würde ich nie dahinfahren; Mörder morden und Leute, die sich für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen einsetzen, verneinen ja nicht, dass es Leute gibt, die aus religiösen oder ideologischen Gründen andere Menschen umbringen oder durch anderweitige kriminelle Handlungen schädigen. Da verwechselt hier ein Kreuzzügler (Crusader) etwas; was aber vor dem Hintergrund der Ideologie, die man ihm bei diesem selbstgewählten Namen ohne weiteres unterstellen darf, nicht verwundert: Wer alles hasst, was anders ist, empfindet natürlich andere Menschen, die nicht seinem Weltbild entsprechen, als Bedrohung. Und mal etwas Religionsphilosophie: Wenn es wirklich einen gerechten Gott gibt, dann ist kein Bereich der Hölle heiß genug, um Bush und Bin Laden dafür zu bestrafen, was sie gemacht haben. Da muss erst der gemeinsame Gott von Juden, Christen und Muslime drangehen, eine ganz neue Hölle zu schaffen, in der dann George und Osama, aber auch viele andere einschließlich diverser deutscher Politiker, sich hin und wieder unterhalten können, ob das, was sie angestellt haben, wirklich der Wille ihres Gottes war.
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