Nigeria Viele Tote bei zwei Anschlägen im Norden des Landes

Im Norden Nigerias wurden bei Anschlägen in zwei Städten mindestens 49 Menschen getötet. Eine der Attentäterinnen soll erst elf Jahre alt gewesen sein.

Menschen in Yola blicken durch ein Tor auf den Tatort: Die Taten erinnern an frühere Anschläge der Terrororganisation Boko Haram
REUTERS

Menschen in Yola blicken durch ein Tor auf den Tatort: Die Taten erinnern an frühere Anschläge der Terrororganisation Boko Haram


Zwei Selbstmordattentäterinnen haben bei einem Anschlag auf einem Markt in Kano im Norden Nigerias mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt, teilte ein Polizeisprecher mit. Zeugen sprachen von mindestens 25 Toten.

Bei den Attentäterinnen handele es sich um ein etwa elf Jahre altes Mädchen und eine etwa 18-jährige Frau, sagte Polizeisprecher Musa Magaji Majia: "Eine ging in den Markt, die andere blieb draußen, dann explodierten sie."

Wenige Stunden zuvor hatten vermutlich Islamisten im Nordosten des Landes mindestens 34 Menschen getötet. Sie hatten einen Sprengsatz auf einem Parkplatz der Stadt Yola im Bundesstaat Adamawa gezündet. Weitere 80 Menschen wurden laut der Nationalen Behörde für Krisenmanagement verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht. Es war zunächst unklar, ob es sich um eine Autobombe oder um ein Selbstmordattentat handelte.

Boko Haram tötete seit 2009 mindestens 14.000 Menschen

Der Parkplatz liegt in der Nähe eines großen Gemüsemarktes im Viertel Jimeta. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich dort Dutzende Händler aufgehalten, die ihre Waren nach dem Tagesgeschäft zusammenpackten, sagten Augenzeugen. Andere Menschen seien auf dem Weg zum Abendgebet gewesen. Die Explosion sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen.

Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den "barbarischen Angriff" und rief die Zivilbevölkerung zur Wachsamkeit auf, um Terroristen von weiteren Anschlägen abzuhalten.

Die Taten erinnern an frühere Anschläge der islamistischen Terrororganisation Boko Haram. Die sunnitischen Fundamentalisten setzen dabei immer wieder auch Frauen und Mädchen ein, es ist oftmals unklar, ob sie wussten, dass sie als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt werden.

Boko Haram terrorisiert seit Jahren den Nordosten Nigerias und Grenzregionen der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Im März hatte ihr Anführer Abubakar Shekau der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Treue geschworen.

Die Extremisten von Boko Haram wollen in der Region einen sogenannten Gottesstaat errichten mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 mindestens 14.000 Menschen getötet.

sun/dpa/AFP/AP



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