Jama'are/Hamburg - Die Gruppe mit dem Namen Ansaru hat sich am Montag zu der Entführung von sieben Ausländern in Nigeria bekannt. Sie halte die Libanesen und "ihre europäischen Kollegen" einer Baufirma fest, teilte die islamisch-fundamentalistische Vereinigung in einer per E-Mail verschickten Erklärung mit.
Die Gruppe rechtfertigte die Entführung mit "Übertretungen und Gräueltaten gegen die Religion Allahs (...) durch europäische Länder an mehreren Orten, darunter Afghanistan und Mali".
Die Mitarbeiter der libanesischen Baufirma Setraco waren am Wochenende im Norden Nigerias von einer Gruppe Bewaffneter verschleppt worden. Bei dem Übergriff in der Stadt Jama'are im Bundesstaat Bauchi wurde laut Polizei ein Wachmann getötet. Nach Angaben der Regierungen in Beirut, Athen und Rom waren unter den Entführten mindestens zwei Libanesen, ein Grieche und ein Italiener. Informationen eines nigerianischen Polizeisprechers, wonach zwei weitere Libanesen und auch ein Brite verschleppt wurden, bestätigten deren Heimatländer zunächst nicht.
Ansaru gilt als Splittergruppe der Sekte Boko Haram. Diese kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Ansaru hatte sich im Dezember auch zur Entführung eines französischen Ingenieurs in Nigeria bekannt.
In ihrem Bekennerschreiben hatte die Gruppe auf die "wichtige Rolle Frankreichs" bei den internationalen Beschlüssen gegen den "Islamischen Staat im Norden Malis" verwiesen. Paris hatte eine Resolution zum Militäreinsatz der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) in Mali ausgearbeitet, die im Dezember vom Uno-Sicherheitsrat gebilligt wurde.
Inzwischen hat Frankreich in Mali einen eigenen Militäreinsatz gestartet und hat mit malischen Truppen die islamistischen Kämpfer im Norden des Landes aus den großen Städten verdrängt. Die EU beschloss am Montag eine Ausbildungmission für die malische Armee, damit diese künftig besser gegen die Islamisten vorgehen kann.
heb/AFP/Reuters
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