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Angriff auf Millionenstadt Maiduguri: Militär meldet Erfolg gegen Boko Haram

Straßenblockade Richtung Maiduguri am Samstag: Zivilisten in Gefahr Zur Großansicht
AFP

Straßenblockade Richtung Maiduguri am Samstag: Zivilisten in Gefahr

Bei heftigen Gefechten mit Boko-Haram-Kämpfern will das Militär in Nigeria die Terroristen zurückgeschlagen haben. Die radikalen Islamisten haben es auf die Großstadt Maiduguri abgesehen.

Abuja - In der Nacht zum Sonntag startete die Terrorgruppe Boko Haram ihren Angriff auf die Großstadt Maidiguri - nun will Nigerias Militär die Aufständischen zurückgedrängt haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Sicherheitskräfte. Zahlreiche Militante und Soldaten seien getötet worden, sagten eine Quelle beim Militär sowie ein Anführer der Einheit Reuters. Zu Opfern unter Zivilisten sagten sie bisher nichts.

"Koordinierte Luft- und Landoperationen werden nun durchgeführt", schrieb der Sprecher des Verteidigungsministeriums General Chris Olukolade auf Twitter. Truppen hätten Straßen, die zu der Hauptstadt des Bundesstaates Borno führten, blockiert. "Wir befürchten, Hunderttausende Zivilisten sind nun in großer Gefahr", erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International .

Ein Augenzeuge berichtete am Vormittag, Militärhubschrauber umkreisten die Stadt. Es sei weiterhin Gefechtslärm zu hören. Mitglieder von Bürgerwehren bestätigten die Angaben. Die Kämpfe dauerten demnach in mehreren Stadtteilen an. Für Maiduguri, wo rund 1,2 Millionen Menschen leben, wurde "bis auf Weiteres" eine Ausgangssperre verhängt.

Eine Einnahme der wichtigsten Stadt im Nordosten des Landes wäre ein Erfolg mit großer Symbolkraft für die Terrorgruppe. Im vergangenen Jahr war ihr Angriff auf Maiduguri gescheitert. Boko Haram terrorisiert seit Jahren den Nordosten Nigerias und will dort und in angrenzenden Gebieten Kameruns einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen.

Während in Maidiguri schwere Kämpfe toben, besuchte US-Außenminister John Kerry am Sonntag Nigeria. Kerry traf in der Wirtschaftsmetropole Lagos zu Gesprächen mit Präsident Goodluck Jonathan und Oppositionsführer Muhammadu Buhari ein. Drei Wochen vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in dem ölreichen Land ist die Lage angesichts der äußersten Brutalität der islamistischen Aufständischen im Nordosten angespannt: Hunderttausende Flüchtlinge in der Region könnten von den Wahlen ausgeschlossen werden.

Neben Maidiguri hatte die islamistische Terrorgruppe auch den Verkehrsknotenpunkt Monguno attackiert. Das teilte das nigerianische Verteidigungsministerium via Twitter mit. Bei einem Boko-Haram-Angriff auf das Dorf Kambari nahe Maiduguri waren bereits am Samstag mindestens 15 Menschen getötet worden. Laut Sicherheitskräften und Augenzeugen waren unter den Toten der Dorfvorsteher und mehrere Kinder. Der Ort ging demnach vollständig in Flammen auf.

Die sunnitischen Fundamentalisten hatten vor wenigen Wochen die Kleinstadt Baga angegriffen und in der Region Hunderte Menschen getötet und Zehntausende in die Flucht getrieben. Zudem bringen die Kämpfer immer wieder Menschen in ihre Gewalt. Am Mittwoch kam ein 69-jähriger Deutscher frei, der vor einem halben Jahr von Boko Haram entführt worden war.

vek/Reuters/AFP

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Fläche: 909.890 km²

Bevölkerung: 183,523 Mio.

Hauptstadt: Abuja

Staats- und Regierungschef: Muhammadu Buhari

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