Nigeria 110 Mädchen nach Boko-Haram-Überfall vermisst

Nach dem Angriff auf ein Internat im Norden Nigerias werden noch etliche Schülerinnen vermisst. Augenzeugen wollen ihre Entführung durch die Terrormiliz Boko Haram gesehen haben.


In Nigeria werden knapp eine Woche nach dem Überfall der radikalislamischen Miliz Boko Haram auf eine Schule noch 110 Mädchen vermisst. Die Zahl nannte Nigerias Informationsminister Lai Mohammed. Die nigerianische Luftwaffe kündigte an, zusätzliche Einheiten in den Nordosten zu entsenden und nach den Mädchen zu suchen.

Die Extremisten hatten nach Angaben von Augenzeugen am Montag die Schule in dem Dorf Dapchi im Nordosten des Landes überfallen und etliche Mädchen entführt. Die Regierung hatte diese Darstellung zunächst zurückgewiesen. Kurz darauf hatten die Behörden erklärt, die Armee habe 76 Schülerinnen gerettet. Zudem seien die Leichen von zwei Mädchen entdeckt worden. Möglicherweise befänden sich aber noch mindestens 13 weitere Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten, hatte es Mitte der Woche geheißen.

Boko Haram hatte im April 2014 etwa 270 Mädchen aus ihrer Schule in Chibok entführt. Etwa 100 davon sollen sich noch in der Gewalt der Islamisten befinden. Bei dem Aufstand der Miliz sind seit 2009 mehr als 20.000 Menschen getötet worden, etwa zwei Millionen sind auf der Flucht.

cop/Reuters



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