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Nigeria : Regierung will mit Boko Haram über entführte Schülerinnen verhandeln

Im April 2014 entführte Boko Haram mehr als 200 Mädchen aus einer Schule in Nigeria. Nun will die Regierung mit den Extremisten über die Freilassung der Schülerinnen verhandeln. Das letzte Lebenszeichen liegt über ein Jahr zurück.

Nigerias Regierung ist nach den Worten von Präsident Muhammadu Buhari bereit, mit der Islamistengruppe Boko Haram über die Freilassung von rund 200 Schülerinnen in der Gewalt der Extremisten zu verhandeln. "Wir sind darauf vorbereitet mit einer glaubwürdigen Boko-Haram-Führung ohne Bedingungen zu verhandeln", sagte Buhari am Mittwoch anlässlich des Starts eines neuen Rundfunkprogramms, in dem sich die Regierung den Fragen von Bürgern stellt. Die Behörden hätten keine Informationen über das Schicksal der Kinder. Die Regierung erwarte ein Lebenszeichen von den Geiseln.

Die Islamisten hatten seit Anfang 2014 hunderte Frauen und Mädchen verschleppt, darunter auch mehr als 270 Schülerinnen einer Schule in Chibok im Nordosten Nigerias. Mehreren Dutzend Mädchen gelang später die Flucht. Seit einem im Mai 2014 veröffentlichten Video gibt es keine Informationen mehr über die Geiseln.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Am militärischen Kampf gegen Boko Haram sind mittlerweile auch mehrere Nachbarländer Nigerias beteiligt. Eine neue multinationale Truppe mit 8700 Soldaten, Polizisten und Zivilisten aus Nigeria, Kamerun, Benin, dem Tschad und Niger soll bald einsatzbereit sein.

asc/AFP/Reuters

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