Nigeria Mehrere Menschen sterben bei Anschlägen auf Kirchen

Militante Islamisten haben erneut Anschläge auf Kirchen in Nigeria verübt. In der Stadt Jos sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, mehrere Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu den Angriffen.


Jos - Nigeria kommt nicht zur Ruhe: Wieder gab es Anschläge auf Kirchen. Bei den zwei Angriffen haben militante Islamisten am Sonntag mindestens sechs Menschen getötet. Dutzende weitere wurden nach Angaben der Behörden verletzt.

In der Stadt Jos an der Grenze zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden des Landes fuhr ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen auf das Gelände einer Kirche und zündete einen Sprengsatz. Bei der Explosion seien neben dem Attentäter vier Gläubige ums Leben gekommen und mehr als 40 weitere Personen verletzt worden, teilte die Polizei mit.

In Biu, einer Stadt in der nordöstlichen Provinz Borno, eröffneten bewaffnete Angreifer während eines Gottesdienstes in einer Kirche das Feuer. Dabei seien zwei Menschen erschossen und mehrere weitere verletzt worden, sagte ein örtlicher Priester. Zu beiden Anschlägen bekannte sich am Abend die radikalislamische Sekte Boko Haram.

Mit den Aktionen habe die Organisation beweisen wollen, dass sie entgegen anderslautender Angaben der Regierung "nicht geschwächt" sei, erklärte ein Sprecher der Sekte. Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen.

Erst vor wenigen Wochen waren bei einem Anschlag auf Christen in Nigeria zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Nach Augenzeugenberichten griffen im April Unbekannte zwei Freiluftgottesdienste an einer Universität in Kano im Norden des Landes an, zündeten Sprengsätze und schossen auf die Flüchtenden. Ein AFP-Korrespondent sah am Tatort etwa 20 Leichen, das nigerianische Rote Kreuz meldete mindestens 16 Tote.

Seit Mitte 2009 starben durch Anschläge von Boko Haram in Nigeria nach Behördenangaben mehr als tausend Menschen.

otr/lgr/AFP/AP/dpa

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