Nigeria: Islamisten töten 29 Internats-Kinder

Die Angreifer kamen im Morgengrauen mit Brandsätzen und Gewehren: Im Nordosten Nigerias sind bei einer Attacke auf ein Internat 29 Kinder und ein Lehrer getötet worden. In der Gegend gibt es immer wieder Übergriffe durch die Terrorsekte Boko Haram.

Potiskum - Es sind erschütternde Szenen, die Überlebende nach einem Angriff auf ein Internat im nordöstlichen Nigeria schildern. Bei dem Vorfall nahe der Stadt Potiskum starben nach bisherigem Stand 29 Kinder. Auch eine Lehrkraft befindet sich unter den Getöteten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP ereignete sich die Attacke in der Nacht auf Samstag gegen 3 Uhr. Laut Augenzeugen kamen die Angreifer mit Benzinkanistern und setzten das Verwaltungsgebäude sowie einen Schlafsaal in Brand.

"Wir haben alle geschlafen. Als ich aufgewacht bin, richtete jemand eine Waffe auf mich", berichtet der 15-jährige Musa Hassan. Der Jugendliche verlor bei den Überfall vier Finger und wurde im Krankenhaus behandelt.

Insgesamt beherbergte das Internat zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 1200 Kinder. Viele flohen in Panik in den nahegelegenen Urwald. Zahlreiche Leichen konnten wegen der starken Verbrennungen bisher nicht identifiziert werden.

Unklar ist noch, wer hinter der Attacke steckt. In den vergangenen Jahren war die Region aber immer wieder von blutigen Unruhen zwischen Christen und Muslimen erschüttert worden. Dabei waren Tausende Menschen getötet worden. Ziel der Attacken sind immer wieder auch Schulgebäude.

Für die meisten Angriffe wird die Terrorgruppe Boko Haram verantwortlich gemacht. Die radikalisierte Gruppe richtet sich gegen Menschen christlichen Glaubens und lehnt unter anderem die westliche Erziehung strikt ab. Aus diesem Grund geraten regelmäßig Schulgebäude ins Visier der Attentäter.

jok/AP/Reuters

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1.
leser47116352 06.07.2013
was fuer eine abscheuliche tat, und das rechtfertigen diese schrewcklichen menschen dann mit ihrer religion. ekelhaft.
2. optional
thomas_gr 06.07.2013
Ist das noch Journalismus? Eine unglaubliche Frechheit!!! Es ist noch unklar wer es war, aber im Titel wird der mutmaßliche Täter schon genannt!
3. ja, und?
Willi Wacker 06.07.2013
Zitat von thomas_grIst das noch Journalismus? Eine unglaubliche Frechheit!!! Es ist noch unklar wer es war, aber im Titel wird der mutmaßliche Täter schon genannt!
was ist daran jetzt so verkehrt?
4. 34567
sagenwirmalso 06.07.2013
Zitat von thomas_grIst das noch Journalismus? Eine unglaubliche Frechheit!!! Es ist noch unklar wer es war, aber im Titel wird der mutmaßliche Täter schon genannt!
welcher Verein genau ist natürlich noch nicht klar. Aber das ist sicher kein Raubmord oder oder eine Clanstreitigkeit. Für so etwas braucht man eine Religion (wahlweise Weltanschauung), man muß schon an was ziemlich großes Glauben, um so etwas vor sich selbst zu rechtfertigen. Und da ist in der Region der Islam die naheliegendste Erklärung.
5.
Martin_F 06.07.2013
Zitat von thomas_grIst das noch Journalismus? Eine unglaubliche Frechheit!!! Es ist noch unklar wer es war, aber im Titel wird der mutmaßliche Täter schon genannt!
Generell gebe ich Ihnen Recht. Solange keine Beweise vorliegen oder sich jemand zu dieser verabscheuungswürdigen Tat bekennt, sollten solche Formulierungen in einer seriösen Berichtserstattung nicht vorkommen. Rein logisch betrachtet kann man sich aber schon die Frage stellen, wer sonst dafür in Frage käme... Wer sonst hätte ein Interesse daran nachts ein Internat mit Kindern anzugreifen und in Brand zu stecken? Das zeugt von maximaler Hinterlist und dem Willen möglichst großen Schaden anzurichten, um Angst und Schrecken zu verbreiten und damit ein Zeichen zu setzen, dass Bildung in dieser Form, wie sie im Internat gelehrt wurde, nicht erwünscht ist. Wer könnte so etwas wollen? Haben Sie darauf eine Antwort?
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