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11. Dezember 2016, 16:07 Uhr

Nigeria

Zwei Kinder verüben Selbstmordanschlag

Bei einem Anschlag auf einen Markt in Nigeria sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Mädchen im Alter von sieben oder acht Jahren sprengten sich dort in die Luft.

Zwei kleine Mädchen haben sich in Nigerias nordöstlicher Stadt Maiduguri in die Luft gesprengt - mitten auf einem sonntäglich belebten Markt. Die Kinder rissen einen Menschen mit in den Tod und verletzten 18 weitere Menschen, wie der Gouverneur des Bundesstaates Borno, Kashim Shettima, sagte. Andere Quellen sprechen von neun Toten.

Shettima besuchte die Verletzten im Krankenhaus. Laut einem Mitglied der örtlichen Bürgerwehr waren die Attentäterinnen "sieben oder acht Jahre alt".

Abdulkarim Jabo, Mitglied der Bürgerwehr von Maiduguri, berichtete, er habe die Mädchen vor dem Selbstmordattentat aus einer Rikscha aussteigen sehen. Sie seien "ohne die geringste Gefühlsregung" vor ihm hergelaufen, er habe noch versucht, mit ihnen zu sprechen. "Ich dachte, sie suchen ihre Mutter."

Sie seien dann auf die Geflügelhändler zugegangen und hätten ihre Sprengstoffgürtel gezündet. Den Angaben zufolge sprengte sich zuerst das eine der Mädchen in die Luft. Das andere Mädchen zündete seinen Sprengstoffgürtel, als Menschen den Opfern zur Hilfe eilten.

Wer hinter der Tat steckte, war zunächst unklar. Derartige Attentate gehen aber meist auf die Islamistengruppe Boko Haram zurück. Erst am Freitag waren im Nordosten Nigerias bei einem Doppelanschlag von Boko Haram mindestens 45 Menschen getötet und 33 weitere verletzt worden.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.

Am Sonntag kam es in dem Land zu einem weiteren Unglück: In der Stadt Uyo ist das Dach einer Kirche während eines Gottesdienstes eingestürzt, dabei kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt, die Angaben reichen von 60 bis zu 200 Toten.

abl/AFP/Reuters

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