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17. Februar 2013, 18:09 Uhr

Zypern

Konservativer Anastasiades muss in Stichwahl

Der konservative Kandidat Nikos Anastasiades hat die Präsidentenwahl auf Zypern mit großem Vorsprung gewonnen. Die absolute Mehrheit verfehlte der bisherige Oppositionsführer nur knapp. Bei der Stichwahl am kommenden Sonntag wird ihm der Sieg kaum zu nehmen sein.

Nikosia - Bei der Präsidentenwahl auf Zypern hat einen eindeutigen Sieger. Nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen entfielen 45,4 Prozent auf den konservativen Politiker Nikos Anastasiades. Die Gegenkandidaten, der linke Stavros Malas und der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas, kamen nur auf etwa 27 beziehungsweise 25 Prozent. Der ehemalige Gesundheitsminister Malas wird Anastasiades damit bei der Stichwahl am 24. Februar herausfordern.

Erste Prognosen hatten dem 66-Jährigen sogar eine absolute Mehrheit in Aussicht gestellt, mit der er die Wahl bereits im ersten Durchgang gewonnen hätte. Vor seiner Wahlzentrale hatten sich daraufhin bereits Dutzende Anhänger zum Jubeln versammelt.

Der scheidende Staatschef Demetris Christofias von der Kommunistischen Partei war nicht noch einmal angetreten. Als Grund nannte er die festgefahrenen Verhandlungen zwischen griechischen und türkischen Zyprern über eine Wiedervereinigung des Landes.

Verhandlungen mit EU und IWF stehen bevor

Wegen der finanziell prekären Lage Zyperns galt das Votum inmitten der Schuldenkrise als Schicksalswahl. "Es geht um das Überleben des Landes", erklärte etwa Anastasiades bei seiner Stimmenabgabe in der Hafenstadt Limassol. Das hochverschuldete Euro-Mitgliedsland Zypern ist von der Staatspleite bedroht.

Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein Hilfspaket von 17,5 Milliarden Euro auszuhandeln - das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung des geteilten Inselstaates. Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland waren die vergleichweise überdimensionierten Banken in Zypern in Not geraten.

Mit Anastasiades' Erfolg im ersten Durchgang scheinen sich die Hoffnungen vieler EU-Regierungen auf einen Machtwechsel auf Zypern erfüllen, da sich die Gespräche mit Christofias in den vergangenen Monaten als schwierig gestaltet hatten. Der Kommunist lehnt Privatisierungen als Gegenleistung für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM prinzipiell ab.

Neben der Schuldenkrise hatten sich in den vergangenen Wochen die riesigen Öl- und Gasvorkommen, die vor der Küste der Mittelmeerinsel vermutet werden, zu einem zentralen Wahlkampfthema entwickelt. Während der von den Sozialisten unterstützte Kandidat Lillikas die erwarteten Einnahmen schon jetzt als Wette auf die Zukunft einsetzen will, um die Finanzkrise zu lösen, warnt Anastasiades davor, den Reichtum des Landes jetzt zu billig abzugeben. Er wolle erst abwarten, bis in einigen Jahren Geld fließt, und dieses dann in Infrastruktur und Industrieförderung investieren.

syd/dpa/Reuters

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