Explosion in Nordirland Polizei ermittelt wegen möglicher Autobombe

In der nordirischen Stadt Londonderry ist es zu einer Explosion gekommen. Die Polizei war vorher offenbar gewarnt worden. Möglicherweise war es eine Autobombe.

AFP PHOTO /POLICE SERVICE OF NORTHERN IRELAND

Nach einer Explosion in der Innenstadt der nordirischen Stadt Londonderry geht die Polizei Hinweisen auf eine Autobombe nach. Die Ermittler veröffentlichten auf Twitter ein Foto des Tatorts in der Bishop Street. Pressefotos zeigen ein ausgebranntes Auto.

Laut Medienberichten hatte die Polizei eine telefonische Warnung erhalten und gerade begonnen, das Gebiet abzuriegeln, als es zur Explosion kam. Das Fahrzeug sei kurz zuvor in Londonderry gestohlen worden, berichtete der Sender BBC unter Berufung auf die Polizei. Die Polizei selbst sprach auf Twitter von einem "Zwischenfall" und dem Verdacht auf eine Autobombe. Auf Facebook teilte die Polizei mit, es gebe keine Verletzten. Ein Sprecher nannte die Attacke "ungemein rücksichtslos".

Nach der Explosion begann die Polizei mit der Räumung umliegender Gebäude, da den Beamten ein zweites Auto verdächtig vorkam. Die Behörden machten keine Angaben zum Stand der Ermittlungen. In der Straße der 85.000-Einwohner-Stadt liegt unter anderem ein Gerichtsgebäude.

"Sinnloser Akt des Terrors"

Ob es politische Hintergründe gibt, ist unklar. Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das den Konflikt in Nordirland beendete, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Katholische Nationalisten streben eine Vereinigung mit Irland an, protestantische Unionisten wollen weiterhin zu Großbritannien gehören.

Arlene Foster, Vorsitzende der Unionistenpartei DUP, sprach nach Angaben der Agentur PA von einem "sinnlosen Akt des Terrors". Die Abgeordnete der katholischen Sinn Féin, Elisha McCallion, nannte Londonderry eine aufstrebende Stadt. "Niemand möchte einen derartigen Zwischenfall".

jpz/dpa/AFP



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