Nordkoreas Manöver: Feind in Flammen, Diktator glücklich

Nordkoreanische Raketensysteme (Archivbild): Umfangreiche Manöver Zur Großansicht
DPA/ KCNA

Nordkoreanische Raketensysteme (Archivbild): Umfangreiche Manöver

Nordkorea schickt die nächste Provokation an den Nachbarn im Süden - und dessen neue Präsidentin. Das Land habe bei einem Manöver den "echten Krieg" trainiert und "endlose Schüsse abgefeuert", meldet Pjöngjang. Erst als der Feind gebrannt habe, sei Herrscher Kim zufrieden gewesen.

Pjöngjang/Seoul - Nordkorea ist selten um große Töne verlegen, wenn es um die angebliche Leistungsfähigkeit seiner gewaltigen Armee geht. So auch bei der jüngsten verbalen Provokation - nur einen Tag nach der Amtseinführung der neuen südkoreanischen Präsidentin. Pjöngjang vermeldet stolz eine großangelegte Militärübung zur Erprobung eines "echten Kriegs".

Das klingt in den staatlichen Medien des Landes dann so: "Die Artillerie feuerte endlos Schüsse auf 'feindliche Stellungen' ab, ihr Getöse erschütterte Himmel und Erde, und alle waren eingehüllt in Flammen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Erst als Machthaber Kim Jong Un die "feindlichen Stellungen in Flammen" gesehen habe, sei er "zufrieden" gewesen.

Einige zentrale Angaben fehlen allerdings in der Meldung. So bleibt offen, wann und wo die Übung stattgefunden haben soll. Die Mitteilung über die Übung erfolgte jedoch nur einen Tag nach dem Amtsantritt der ersten Frau an der Staatspitze Südkoreas, Park Geun Hye. Diese hatte in ihrer Antrittsrede eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglicher Provokation aus Nordkorea angekündigt. Zugleich bezeichnete sie den jüngsten nordkoreanischen Atomtest als "Bedrohung für das Überleben und die Zukunft" der Koreaner.

Nordkorea hatte am 12. Februar einen dritten Atomtest vorgenommen, der international scharf verurteilt wurde. Zudem gab es in Nordkorea zuletzt zahlreiche Militärübungen. Nach Angaben eines Sprechers des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul will Kim damit das Bedrohungspotential gegenüber dem Süden verstärken. Seoul beobachte die Situation sehr genau, betonte ein Ministeriumssprecher.

jok/AFP

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insgesamt 45 Beiträge
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1. es
ziegenzuechter 26.02.2013
ist schon traurig, was auf der koreanischen halbinsel abläuft. auf der einen seite ein etwas übermotivierter herrscher und auf der anderen seite ein dem us-imperialismus höriger staat, der wohl unbedingt einen weiteren krieg provozieren will. schrecklich! die südkoreanischen provokationen müssen sofort eingestellt werden.
2. Hau drauf wie nix
AusVersehen 26.02.2013
Zitat von sysopNordkorea schickt die nächste Provokation an den Nachbarn im Süden - und dessen neue Präsidentin. Das Land habe bei einem Manöver den "echten Krieg" trainiert und "endlose Schüsse abgefeuert", meldet Pjöngjang. Erst als der Feind gebrannt habe, sei Herrscher Kim zufrieden gewesen. Nordkorea: Armee probt in Manöver den "echten Krieg" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-armee-probt-in-manoever-den-echten-krieg-a-885631.html)
Mir ist Nordkorea sicher nicht sympathisch, aber worin unterscheidet sich dieses Manöver von Natomanövern oder Manövern irgend eines anderen Landes dieser Erde. Jeder kämpft in solchen Manövern gegen einen mehr oder weniger fiktiven Feind und das haben alle Manöver gemeinsam: immer wird dieser Feind besiegt. Selbst dann, wenn mal die andere Seite siegt, werden kurzerhand die Manöverregeln geändert, bis der bereits vorher bestimmte Sieger feststeht.
3. Welche?
AusVersehen 26.02.2013
Zitat von ziegenzuechterdie südkoreanischen provokationen müssen sofort eingestellt werden.
Welche südkoreanischen Provokationen?
4. Endlose Schüsse?
Pango 26.02.2013
Das ist aber nicht sehr effektiv. Gerade bei den knappen ressourcen Nordkoreas. Bei den Stalinorgeln im Bild aber auch kein Wunder, anders wird mit primitiven Teilen nix getroffen. Bei einem Verteidigungkrieg (die ganzen bösen Aggressoren wohl ja immer das wertvolle ... ja, was eigentlich? rauben) würde das Rumgeholze mit unpräzisen Flächenwaffen zu massiven zivilen Verlusten führen. Aber bei der Doktrin "Militär zuerst", wie es in Nordkorea heißt, ist dass dann ohnehin egal.
5. Alles nur Gerede...
realisto2012 26.02.2013
Solange die Medien - SPON an erster Stelle - schön weiter Kohle in die Lok schaufeln, läuft die Propagandamaschinerie auch schön weiter. Danke liebe Verdummungsmedien für die vergangenen und zukünftigen gut recherchierten Berichte und Behauptungen.
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Pjöngjangs Trabant: Nordkoreas Satellit funktioniert nicht

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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