Geplante Anklage in Den Haag Nordkorea droht mit Atomtest

Nordkorea droht eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof, nun hat das Regime des Landes reagiert - und einen neuen Atomtest angekündigt. Zudem will Pjöngjang die Kriegsfähigkeit stärken.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: "Feindselige US-Politik"
REUTERS

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: "Feindselige US-Politik"


New York - Die internationale Gemeinschaft wirft Nordkorea gravierende Menschenrechtsverstöße vor - Pjöngjang reagiert mit Provokationen: Das Land droht mit einem neuen Atomtest und der Stärkung der eigenen Kriegsfähigkeit. Hintergrund des Vorstoßes ist ein Aufruf des für Menschenrechte zuständigen Ausschusses der Uno-Vollversammlung.

Dieser hatte für einen Resolutionsentwurf gestimmt, der die Führung in Pjöngjang vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen könnte. Der Uno-Sicherheitsrat wird in dem Papier aufgerufen, das in Den Haag ansässige Tribunal mit einem Verfahren gegen die nordkoreanische Führung zu beauftragen.

Nordkorea lehne die Resolution kategorisch ab, erklärte das Außenministerium des Landes. Die Regierung wirft den USA vor, für die Annahme der Beschlussvorlage verantwortlich zu sein. Die "feindselige US-Politik" zwinge Nordkorea dazu, "sich nicht mehr zurückzuhalten, einen neuen Atomtest durchzuführen". Nordkorea hatte seit 2006 drei Atomtests unternommen, auf die der Sicherheitsrat jeweils mit der Verschärfung der Sanktionen gegen das Land reagierte.

Am Uno-Sitz in New York hatten 111 Länder für den von der EU und Japan erarbeiteten Resolutionsentwurf gestimmt. Dagegen votierten 19 Länder, während sich 55 Uno-Mitgliedstaaten enthielten. Die Resolution, die Pjöngjang schwere Menschenrechtsverstöße vorwirft, muss im kommenden Monat noch das Plenum der Uno-Vollversammlung passieren. Die Abstimmung dort gilt jedoch als Formalität.

bka/dpa/AP



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insgesamt 8 Beiträge
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tomxxx 20.11.2014
1. Wirklich? Nord-Korea? Und gleich...
wieder die schwierigen kleineren Sprengköpfe oder? Alle Nuklearmächte haben das Problem, dass ohne Tests sie sich nicht sicher sind, ob sie immer noch Nuklearmacht sind. Eine defekte Schaltung nach langer Lagerung... und schon zündet gar nichts... Dementsprechend ist der Atomteststop ein schwieriges Problem für diese Staaten. Nordkorea hat kaum Kapazitäten, keiner weiss, woher sie jetzt das Material haben sollten, und die Detonationsstärke ist für eine einfache Bombe zu klein. Gleichzeitig macht das Regime alles um an Geld vom Ausland zu bekommen. Daher ist der Schluss, dass ein Atomtest, der in Nordkorea stattfindet auch wirklich ein nordkoreanischer ist, vollkommen verfrüht und ohne Begründung!
hjcatlaw 20.11.2014
2. Es ist eine
alte Weisheit, dass die Führung eines Landes mit innenpolitischen Problemen dazu tendiert zu zündeln. Daher sollte man das Säbelrasseln dieses postpubertalen Größenwahnsinnigen nicht unterschätzen.
Inselbewohner, 20.11.2014
3. Unverstanden!
Ich verstehe nicht was eine Verurteilung dieser Führungsclique am internationalen Gerichtshof bringen soll. Man kann dieser Leute nicht habhaft werden, isoliert ist der Staat schon. So sehr ich es begrüße gegen diese Steinzeitkommunisten vorzugehen so bleibt die Frage was zu tun ist und welche Möglichkeiten wir überhaupt haben. Dass der kleine Kim wieder mit Atomtests droht gehört ja schon seit Jahren zum Spiel dazu. Gruß HP
Badischer Revoluzzer 20.11.2014
4. Man muß ihn fragen,
was er will? Geld, Technik. Luxus für die Führungsclique oder Nahrungsmittel. Wenn er hat was er will, gibt er Ruhe. Weshalb wird diesem Potentaten immer so viel Raum gegeben sich darzustellen? Die Weltpresse müßte ihn einfach ignorieren.
andersganders712 20.11.2014
5.
Nordkorea möchte die WM für Gewichthaben austragen, droht aber mit Atomwaffen-Tests und Kriegsfähigkeit. Der kleine dicke Diktator hat extreme Stimmungsschwankungen.
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