Umstrittenes Atomprogramm Nordkorea ist zu Gesprächen bereit

Die festgefahrenen Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm könnten wieder in Gang kommen: In hochrangigen Gesprächen mit chinesischen Offiziellen kündigte ein nordkoreanischer Diplomat die Bereitschaft zum Dialog mit den Konfliktparteien an.

Nordkoreas Gesandter Choe Ryong Hae (links): "Keine Friedensgarantie"
REUTERS

Nordkoreas Gesandter Choe Ryong Hae (links): "Keine Friedensgarantie"


Peking - Im Streit um sein Atomwaffenprogramm ist Nordkorea nach chinesischen Angaben zum Dialog "mit den betreffenden Parteien" bereit. Wie weit die Gesprächsbereitschaft geht, blieb allerdings unklar. Chinesische Staatsmedien berichteten am Freitag lediglich, der hohe nordkoreanische Gesandte Choe Ryong Hae habe bei Gesprächen in Peking gesagt, sein Land sei bereit, "den Rat Chinas zu akzeptieren" und Gespräche zu führen. Es gebe aber "keine Friedensgarantie", sagte der nordkoreanische Diplomat.

Die chinesischen Verhandler hatten zuvor sanften Druck auf Choe Ryong Hae ausgeübt, die harte Haltung seines Landes zu den Atomverhandlungen aufzuweichen. "Wir hoffen, dass dieser Besuch einen neuen Impuls geben kann, die aktuellen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu mildern und die nukleare Abrüstung zu befördern", sagte ein chinesischer Ministeriumssprecher.

Ein konkretes Angebot zu der von China gewünschten Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche machte der Vertraute von Machthaber Kim Jong Un allerdings nicht. An den seit 2009 eingefrorenen Verhandlungen über ein Ende des Atomwaffenprogramms hatten unter chinesischer Vermittlung außer Nordkorea auch die USA, Südkorea, Japan und Russland teilgenommen.

Mit dem Besuch des Vizemarschalls, der das politische Büro der nordkoreanischen Volksarmee leitet, haben China und Nordkorea erstmals seit der Machtübernahme des jungen nordkoreanischen Führers Ende 2011 wieder Gespräche auf höherer Ebene geführt. Der hohe Militär hatte am Donnerstag das Mitglied im Ständigen Ausschuss des chinesischen Politbüros, Liu Yunshan, getroffen.

In südkoreanischen Medien wurde spekuliert, ob auch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den nordkoreanischen Gesandten am Freitag empfangen wird. Chinesische Medien berichteten, dass Choe Ryong einen Brief von Nordkoreas Staatsführer Kim Jong Un an Chinas Präsidenten Xi Jinping übergeben hat.

Bei seinen Gesprächen am Donnerstag in Peking sagte Choe laut Nachrichtenagentur Xinhua, Nordkorea wolle sich auf seinen wirtschaftlichen Aufbau konzentrieren und "ist bereit, ein friedliches äußeres Umfeld dafür zu schaffen".

Die Beziehungen zwischen den beiden traditionell verbündeten Ländern hatten sich besonders nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar spürbar abgekühlt. Zuletzt hatte die Bank of China ihre Zusammenarbeit mit der nordkoreanischen Außenhandelsbank eingestellt und damit wichtige Geldflüsse nach Nordkorea abgeschnitten. Die große Staatsbank war damit den UN-Sanktionen gefolgt, die nach dem Atomwaffentest verhängt worden waren.

ade/dpa/Reuters/AP



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insgesamt 6 Beiträge
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schüler.aus.bremen 24.05.2013
1. Hahaha
Frieden in Nordkorea Und wir wissen ja alle wie die letzte Sprengung eins Akws in Nordkorea aussah... Jetzt wird er wieder aufgebaut Hahaha lustigster Witz des Tages
robert.haube 24.05.2013
2. It´s the economy, stupid
Nordkorea hat erklärt, es würde auf Atomwaffen nur verzichten im Rahmen einer weltweiten atomaren Abrüstung. Einseitige Schritte sind, nachdem der Besitz von Atomwaffen jetzt als Generallinie in die nordkoreanische Verfassung aufgenommen wurde, völlig undenkbar. Der Besuch in China dient daher vor allem Wirtschaftsfragen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit, so berichtet kcna, soll stark ausgebaut werden.
Paul-Merlin 24.05.2013
3. Das kennen wir doch schon,
Zitat von sysopREUTERSDie festgefahrenen Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm könnten wieder in Gang kommen: In hochrangigen Gesprächen mit chinesischen Offiziellen kündigte ein nordkoreanischer Diplomat die Bereitschaft zum Dialog mit den Konfliktparteien an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-auf-chinas-druck-zu-verhandlungen-zu-atomprogramm-bereit-a-901716.html
das Spielchen hatten wir doch schon hundertmal. Gesprächsbereitschaft zeigen, ein paar belanglose Gesprächsrunden, als Zeichen des guten Willens ein paar Lebensmittellieferungen aus dem Westen und dann die nächste Konfliktrunde einläuten. Eigentlich könnten sich die Gesprächsteilnehmer den ganzen Mist schenken. Es geht den Nordkoreanern, bzw. der dortigen Führungselite, allein um die Machterhaltung. Aus ihrer Sicht auch verständlich. Es geht allein um die Erhaltung des Status Quo. Der wird ein wenig durch die desolate Wirtschaftsentwicklung, durch die anhaltende Hungerkrise, gefährdet. Mit ein paar Lebensmittellieferungen wird das System wieder stabilisiert und alle sind glücklich.
qualidax 24.05.2013
4. Kann man auch anders sehen
Zitat von Paul-Merlindas Spielchen hatten wir doch schon hundertmal. Gesprächsbereitschaft zeigen, ein paar belanglose Gesprächsrunden, als Zeichen des guten Willens ein paar Lebensmittellieferungen aus dem Westen und dann die nächste Konfliktrunde einläuten. Eigentlich könnten sich die Gesprächsteilnehmer den ganzen Mist schenken. Es geht den Nordkoreanern, bzw. der dortigen Führungselite, allein um die Machterhaltung. Aus ihrer Sicht auch verständlich. Es geht allein um die Erhaltung des Status Quo. Der wird ein wenig durch die desolate Wirtschaftsentwicklung, durch die anhaltende Hungerkrise, gefährdet. Mit ein paar Lebensmittellieferungen wird das System wieder stabilisiert und alle sind glücklich.
Man verlangt immer aufs Neue Gespräche und stellt immer wieder nicht akzeptble Forderungen, nur um die Gespräche dann als gescheitert hinstellen zu können ... Wie wir aus Wikileaks wissen, war das z.B. die israelische Taktik in den Gesprächen mit den Palestinensern über Jahrzehnte. Warum also nicht auch bei NK oder Iran probieren?
Hermes75 24.05.2013
5.
Zitat von qualidaxMan verlangt immer aufs Neue Gespräche und stellt immer wieder nicht akzeptble Forderungen, nur um die Gespräche dann als gescheitert hinstellen zu können ... Wie wir aus Wikileaks wissen, war das z.B. die israelische Taktik in den Gesprächen mit den Palestinensern über Jahrzehnte. Warum also nicht auch bei NK oder Iran probieren?
Genau. Alle sind gegen Nordkorea. China, die USA, die ganze Welt. Alle wollen dem armen kleinen Diktator nur böses. Deshalb braucht ein Land, dass die eigene Bevölkerung nicht ernähren kann auch ganz dringend Atomwaffen - um die Leute vor dem bösen, bösen Ausland zu schützen. [/Ironie] Wir alle wissen doch was es bedeutet wenn NK zu "Gesprächen bereit" ist: Die Vorräte sind mal wieder leer und die Führung in NK erwartet ein paar Hilfslieferungen als Preis für ihre "Verhandlungsbereitschaft". Dann tauscht man gegenseitig Forderungen aus und trennt sich ergebnislos...
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