Pjöngjang/Berlin - Er ist der "Ewige Generalsekretär" und der "Ewige Vorsitzende des Nationalen Verteidigungskomitees der Demokratischen Volksrepublik Korea". Aber er ist eben auch seit einem Jahr tot. Deshalb hat Nordkorea am Sonntag mit einer gewaltigen Trauerfeier an Kim Jong Il erinnert. Der langjährige Diktator war am 17. Dezember 2011 an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.
An der Zeremonie, die live im Staatsfernsehen übertragen wurde, nahmen Tausende schwarzgekleidete Staatsdiener sowie uniformierte Armeevertreter teil. Kims Sohn und Nachfolger Kim Jong Un verfolgte die Zeremonie mit versteinerter Miene und in einen Mao-Anzug gekleidet neben ranghohen Vertretern von Staat und Militär von der Tribüne aus. Hinter der Bühne prangte auf einer riesigen roten Flagge das Porträt des lächelnden Kim Jong Il.
In einer Rede würdigte der protokollarische Staatschef Kim Yong Nam den Verstorbenen. Den Lehren Kim Jong Ils sei auch der erfolgreiche Abschuss eines Satelliten zu verdanken, sagte er. Nordkorea hatte am Mittwoch eine Trägerrakete abgefeuert und damit nach eigenen Angaben einen Forschungssatelliten ins All gebracht. USA, Südkorea und EU vermuten hinter dem Start dagegen einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.
Ob Gedenkveranstaltungen für den eigentlichen Todestag am Montag geplant waren, war zunächst unklar. Die staatlichen Medien priesen den Verstorbenen jedoch schon im Vorfeld des Jahrestags über alle Maßen: So erinnert sich der Leiter eines Supermarkts in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA an einen Besuch Kims zwei Tage vor dessen Tod: "Trotz seiner schlechten Gesundheit verbrachte er Stunden in unserem Geschäft und informierte sich über Vielfalt, Form und Farbe unserer Produkte sowie über ihre Preise und ihren Nutzen", wird Kim Yong Ok zitiert.
"Er nahm sogar Dinge wie Pfannen und Taschen in die Hand und sagte mit Vergnügen, dass sie den Menschen gefallen würden." Seit dem Tod des Staatschefs arbeiteten die Angestellten härter denn je, sagt der Marktleiter. "Wir werden uns weiter bemühen, wahre Diener der Menschen zu sein, getreu der Befehle von Kim Jong Il."
syd/AFP
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