"Mörderischer Teufel" Nordkorea bepöbelt Südkoreas Präsidentin

Zwischen Nord- und Südkorea wird der Ton unflätig: Als "durchgedrehte alte Schlampe" verunglimpft die Staatszeitung in Pjöngjang die Präsidentin des Nachbarlandes. Die Regierung in Seoul ist empört.

Park Geun Hye: Beschimpft vom Nachbarn Nordkorea
REUTERS

Park Geun Hye: Beschimpft vom Nachbarn Nordkorea


In Südkorea ist die Empörung über den Nachbarn noch größer als sonst: Pjöngjang solle seine "vulgären Attacken" gegen die Staatschefin Park Geun Hye "umgehend einstellen", forderte das Wiedervereinigungsministerium in Seoul. Diese würden mit "größtem Bedauern" zur Kenntnis genommen.

Die nordkoreanische Staatszeitung "Rodong Sinmun" hatte Park zuvor unter anderem als "durchgedrehte alte Schlampe" bezeichnet, die den Menschen in Nord- und Südkorea Leid zufüge. Das Blatt betitelte die 64-jährige konservative Politikerin auch als "mörderischen Teufel" und "senile alte Frau".

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Pjöngjang startete jüngst eine Langstreckenrakete, die nach offiziellen Angaben einen Wissenschaftssatelliten ins All bringen sollte. Die Weltgemeinschaft wertete dies aber als Test einer ballistischen Rakete.

Bereits Anfang Januar hatte Nordkorea mit einem Atomwaffentest provoziert, laut Pjöngjang habe es sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt. Am Samstag sorgte der Norden mit einem Manöver im Grenzgebiet für Aufregung - die USA und Südkorea planen für März ein großes gemeinsames Militärmanöver.

Kim Jong Un bei einer Luftwaffen-Inspektion: Armeechef hingerichtet
AFP

Kim Jong Un bei einer Luftwaffen-Inspektion: Armeechef hingerichtet

Offenbar führt ein neuer Armeechef Nordkoreas Militär. In einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA über ein von Machthaber Kim Jong Un geleitetes Manöver wurde der frühere Sicherheitsminister Ri Myong Su als Chef des Generalstabs bezeichnet. Auch in einem zweiten KCNA-Bericht über eine Inspektion der Luftwaffe durch Kim wurde die Bezeichnung verwendet.

Vor anderthalb Wochen hatten südkoreanische Medien berichtet, Kim habe den bisherigen Armeechef Ri Yong Gil Anfang Februar hinrichten lassen. Demnach waren ihm Korruption und politische Abtrünnigkeit vorgeworfen worden. Kim soll bereits mehrfach politische Weggefährten gewaltsam aus dem Weg geräumt haben. Offiziell bestätigte Pjöngjang die Berichte nie.

abl/AFP



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