Seoul - Auf dem nordkoreanischen Raketenstartplatz Sohae gibt es verdächtige Aktivitäten. Zu diesem Ergebnis kommt das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität. Demnach zeigen Satellitenaufnahmen von dem Ort an der Westküste des Landes, dass sich Pjöngjang auf den Start einer Mehrstufenrakete mit großer Reichweite vorbereitet.
Die Arbeiten seien so weit fortgeschritten, dass der Start schon Ende nächster Woche erfolgen könnte, hieß es am Freitag auf der Website "38 North" des Instituts. Die Seite ist auf Analysen von Vorgängen in dem weithin abgeschotteten kommunistischen Land spezialisiert. Unter anderem seien Anhänger entdeckt worden, die die zwei ersten Stufen einer Rakete vom Typ Unha (auch Taepodong-2) zur Montage gebracht hätten. Andere Analysten äußerten laut der Nachrichtenagentur AP die Vermutung, dass es sich bei den vermeintlichen Raketenstart-Vorbereitungen möglicherweise nur um einen Bluff Pjöngjangs handeln könnte.
Erst im April hatte sich Nordkorea mit einer Raketenpanne blamiert. Eine Unha-3-Rakete war nur knapp 100 Sekunden nach dem Start ins Meer gestürzt. Sie hatte nach nordkoreanischen Angaben einen Satelliten ins All befördern sollen. Der Westen und Südkorea hatten damals befürchtet, dass es sich um einen militärischen Test handeln könnte.
Staatschef Kim Jong Un traf zuletzt eine weitere Personalentscheidung: Er entließ nach nur sieben Monaten im Amt seinen Verteidigungsminister und ersetzte ihn durch einen Hardliner. Auf Kim Jong Gak folge General Kim Kyok Sik, berichtete am Donnerstag die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Offiziell wurde die Kabinettsumbildung aus Pjöngjang nicht bestätigt.
Der neue Minister soll unter anderem im Jahr 2010 den Angriff auf das südkoreanische Kriegsschiff "Cheonan" und den Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong verantwortet haben. Bei dem Beschuss der Insel waren zwei Marineinfanteristen und zwei Zivilisten getötet worden. Beim Untergang der "Cheonan" starben Dutzende Seeleute.
Im Juli hatte Staatschef Kim bereits den Posten des mächtigen Armeechefs mit dem wenig bekannten General Hyon Yong Chol neu besetzt. Dessen Vorgänger Ri Yong Ho hatte bis dahin als Vertrauter des unerfahrenen Kim gegolten.
hen/dpa/AFP
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