Bericht des US-Außenministeriums Angeblich bis zu 120.000 politische Gefangene in Nordkorea

Die Rede ist von "entsetzlichen" Bedingungen: Das US-amerikanische Außenministerium geht davon aus, dass Nordkorea bis zu 120.000 politische Gefangene in Lagern festhält.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un
AFP

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un


Die US-Regierung geht davon aus, dass das kommunistische Regime in Nordkorea zwischen 80.000 und 120.000 politische Gefangene in Lagern festhält. Diese Schätzung geht aus einem Bericht zur Religionsfreiheit im Jahr 2017 hervor, den das US-Außenministerium veröffentlichte. Einige der Gefangenen seien aus religiösen Gründen inhaftiert worden, heißt es darin. Die Bedingungen in den abgelegenen Lagern seien "entsetzlich".

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren auch immer wieder Ausländer festgenommen. Vor drei Wochen ließ das abgeschottete Regime drei US-Bürger frei. Das galt als Geste des guten Willens vor dem Treffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte den Gipfel in der vergangenen Woche abgesagt, die Vorbereitungen dafür wurden aber schon direkt danach wieder in Gang gesetzt.

Lesen Sie hier mehr zum Konflikt zwischen den USA und Nordkorea.

Video: Trip nach Nordkorea - Videotagebuch aus einem abgeschotteten Land

dbate.de

bam/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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christianu 29.05.2018
1. Soll Trump jetzt das Treffen mit Kim absagen?
Selbst für den manchmal erdfernen US-Präsidenten dürfte es keine Überraschung sein, dass es in Nordkorea sehr viele politische Gefangene gibt. Und gegen eine schlechte Behandlung von Staatsfeinden hat er bestimmt nichts einzuwenden. Also wird das Treffen weiter verfolgen, falls ihn der Diktator nicht vorher ganz böse beleidigt. Politische Gefangene gibt es in vielen Ländern, die Trump gerne besucht, falls seine Stimmung wieder einmal danach ist. Wie war das so schön in Saudi-Arabien. Politische Gefangene haben die großartige Stimmung nicht im geringsten getrübt.
Filsbachlerche 29.05.2018
2. Welchen Nachrichtenwert hat denn die große
Aufmachung dieser Meldung? Meines Erachtens keinen wesentlichen. Außer vielleicht einen US-innenpolitischen. Bereitet der POTUS schon wieder einen Kurswechsel vor? Es wäre ja nicht der erste in seiner Amtszeit, die sich durch pöbelhaftes Benehmen auf diplomatischem Parkett, sachliche Unkenntnis auf allen Gebieten und Machogehabe auszeichnet.
spon-facebook-10000255064 29.05.2018
3. Kriegsvorbereitung?
Was soll diese Veröffentlichung so kurz vor dem Gipfeltreffen? Dummheit? Ein Versuch der Einschüchterung? Oder versuchen die USA zweigleisig zu fahren, nach dem Motto, scheitern die Gespräche, dann haben wir 80.000-120.000 Gründe in das Land als Befreier einzumaschieren.
monolithos 29.05.2018
4.
Soso, die Rede ist von entsetzlichen Bedingungen? Dafür dürfte Kim von Trump eher bewundert werden. Schließlich betreibt der Rotkopf ja selbst ein solches Lager, wenn auch etwas kleiner, so aber wahrscheinlich nicht weniger entsetzlich. "Interessant" finde ich, dass sich hier ausgerechnet ein Land, welches mehr als drei Viertel seiner Geschichte in Sklaverei und/oder Rassentrennung verbracht hat, moralisch über andere erhebt.
aurichter 30.05.2018
5. Köstlich
Da kommt ein Land daher, daß die meisten Gefängnisse weltweit sogar streng privatwirtschaftlich nutzt, damit Umsätze generiert und dieses Land prangert Zustände in anderen Ländern an. Der Müllhaufen vor der eigenen Haustür wächst weiter an und aus der Hintertür werden Anklagen zur Ablenkung eigener Zustände lanciert. Der erste Kommentar hätte schon gereicht, aber ich musste meinen Senf dazu geben, weil diese Heuchelei zum Himmel stinkt.
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