Atomkonflikt China kündigt Sanktionen gegen Nordkorea an

China will eine weitere Aufrüstung des Regimes in Pjöngjang verhindern. Künftig dürfen keine Technologien nach Nordkorea exportiert werden, die man auch für den Bau von Waffen nutzen kann.

Kim Jong Un (l.) und Chinas Präsident Xi Jinping
DPA

Kim Jong Un (l.) und Chinas Präsident Xi Jinping


Nordkorea hat den Vereinigten Staaten offenbar erstmals zugesichert, bei dem geplanten Treffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump auch über einen Abbau seines Atomarsenals zu sprechen. Trotzdem bleibt der internationale Druck auf Pjöngjang bestehen. Auch China hat nun im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas die Umsetzung neuer Sanktionen gegen das Nachbarland verkündet.

Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, dürfen Maschinen, Software und Technologie, die einen "doppelten Verwendungszweck" haben - also sowohl für zivile Zwecke als auch für den Bau von herkömmlichen Waffen und Massenvernichtungswaffen genutzt werden können - nicht mehr nach Nordkorea exportiert werden. China setze damit von der Uno beschlossene Sanktionen um.

Eine vom Ministerium vorgelegte Liste enthielt etwa Werkzeuge und Maschinen zur Handhabung radioaktiver Materialien, Messgeräte sowie verschiedene Metalllegierungen.

China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Es hat in dem Konflikt eine gespaltene Haltung: Zwar will Peking in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen, um das Risiko eines Atomkriegs zu minimieren. Zugleich fürchtet China jedoch einen Kollaps Nordkoreas, weil der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte.

Deshalb setzt Peking bisher die mitbeschlossenen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea um, lässt dem Regime in Pjöngjang aber Luft zum Atmen. So lehnte Peking ein komplettes Ölembargo ab.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

China begrüßt zudem die jüngste diplomatische Annäherung der Streitparteien. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un plant am 27. April einen Gipfel mit Südkoreas Präsident Moon Jae In. Voraussichtlich im Mai soll dann das Treffen mit Donald Trump stattfinden. Zuvor war der junge Diktator zu seiner ersten Auslandsreise überhaupt nach Peking gereist.

dop/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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darthmax 09.04.2018
1. Späte Einsicht
da braucht es einen US Präsidenten Trump, damit China reagiert. Was kann man dazu noch sagen. Das Druck Verhandlungsbereitschaft erzielt, das ist leider eine Tatsache.
Tharsonius 09.04.2018
2. Ich würde
auch an dieser Stelle behaupten, dass Kim dies von China insgeheim gefordert hat um eine weitere Öffnung gegenüber seinen eigenen Militärs und Eminenzen zu rechtfertigen. ;)
s.l.bln 09.04.2018
3. Wunschdenken
Zitat von darthmaxda braucht es einen US Präsidenten Trump, damit China reagiert. Was kann man dazu noch sagen. Das Druck Verhandlungsbereitschaft erzielt, das ist leider eine Tatsache.
Das hat doch mit Trump nichts zu tun,sondern mit Kim. Dien Chinesen ist vor Augen geführt worden, daß Nordkorea tatsächlich zumindest auf dem Weg zur Atommacht ist. Das können sie vor der Haustür nicht gebrauchen, zumal das auch an ihrem Status als Machtzentrum in der Region rüttelt.
Barath 09.04.2018
4. ...
Als jemand der wenig Ahnung von Nordkorea und China hat, verwirrt mich das etwas. Warum ausgerechnet jetzt, wo sich die Situation mit Nordkorea doch zu entspannen scheint?
thewestisthebest 09.04.2018
5. ausrichtung
Zitat von s.l.blnDas hat doch mit Trump nichts zu tun,sondern mit Kim. Dien Chinesen ist vor Augen geführt worden, daß Nordkorea tatsächlich zumindest auf dem Weg zur Atommacht ist. Das können sie vor der Haustür nicht gebrauchen, zumal das auch an ihrem Status als Machtzentrum in der Region rüttelt.
wie man sehen will liegt in der ideologischen ausrichtung des betrachters. tatsache ist der druck aus peking auf nordkorea fällt in die regierungszeit trumps und nicht obamas. zumindest obama hat mit der derzeitigen entwicklung nichts zu schaffen.
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