Atomstreit mit Nordkorea US-Präsidialamt brüskiert Tillerson

Mit Nordkorea reden oder nicht? US-Außenminister Tillerson und Präsident Trump haben sehr verschiedene Vorstellungen von Diplomatie. Nach einem neuen Vorstoß Tillersons folgt nun die Antwort aus dem Weißen Haus.

Rex Tillerson im Oktober in Doha
AFP

Rex Tillerson im Oktober in Doha


US-Außenminister Rex Tillerson hatte dem Regime in Nordkorea am Dienstag angeboten, auch ohne Vorbedingungen miteinander Gespräche führen zu können. Dem stellt sich nun das US-Präsidialamt entgegen: Solange die Regierung Nordkoreas "ihr Verhalten nicht grundlegend verbessert", könne es keine Gespräche geben, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats. "Angesichts des jüngsten Raketentests, ist jetzt ganz sicher nicht die Zeit für Gespräche", sagte er weiter.

Die Spannungen mit den USA hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen Uno-Resolutionen verstoßen hatte. "Lasst uns einfach zusammenkommen", hatte Tillerson trotzdem erklärt. Es sei egal, worüber gesprochen werde, "zur Not übers Wetter" - solange man zumindest an einem Tisch versammelt sei.

Vor wenigen Monaten hatte US-Präsident Donald Trump seinem Außenminister bereits wegen dessen Bemühungen um eine diplomatische Lösung Zeitverschwendung vorgeworfen. Daraufhin hatte es immer wieder Spekulationen über eine bevorstehende Absetzung Tillersons gegeben. Wahrscheinlicher Nachfolger ist laut einem "New York Times"-Bericht der CIA-Geheimdienstchef Mike Pompeo.

Offizielle Position der USA ist bislang, dass die Führung in Pjöngjang vor Gesprächen akzeptieren muss, über ein Ende des Atomwaffenprogramms zu reden. China, wichtigster Verbündeter Nordkoreas, begrüßte den neuen Vorstoß Tillersons.

DER SPIEGEL - Interview: "Der Ursprung des Korea-Konflikts"

DER SPIEGEL

vks/Reuters

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