Nordkorea-Konflikt Donald Trump droht, Jimmy Carter will vermitteln

US-Präsident Donald Trump warnt erneut in Richtung Pjöngjang, die USA seien "auf alles vorbereitet". Einer seiner Amtsvorgänger bietet sich für eine Vermittlungsmission nach Nordkorea an: der 93-jährige Jimmy Carter.

Jimmy Carter (Archivbild 2016)
REUTERS

Jimmy Carter (Archivbild 2016)


Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hat sich der US-Regierung von Donald Trump für eine Vermittlungsmission nach Nordkorea angeboten. Sollte er gefragt werden, werde er gehen, sagte der 93-Jährige der "New York Times". Sein Angebot habe er bereits dem Nationalen Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, unterbreitet. Er habe allerdings eine "negative Reaktion" bekommen.

Carter ist Friedensnobelpreisträger, Mitglied der US-Demokraten und war von 1977 bis 1981 US-Präsident. 1994 reiste er nach Nordkorea und half, eine drohende militärische Eskalation mit den USA abzuwenden. 2010 half er zudem bei Verhandlungen zur Freilassung eines gefangenen US-Bürgers.

Über die jetzige angespannte Lage zwischen beiden Staaten äußerte sich Carter in dem Zeitungsinterview "besorgt". Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sei "unberechenbar", und es sei zu befürchten, dass er zu einem Erstschlag greifen könnte.

Nordkoreas atomares Waffenarsenal sei mittlerweile so weit entwickelt, dass es die koreanische Halbinsel, Japan, US-Außengebiete im Pazifik und "vielleicht sogar unser Festland" zerstören könne, sagte Carter. Mitte September hatte er Trumps Außenpolitik deutlich kritisiert und dabei auch Nordkorea direkt erwähnt. Trump sei eine Enttäuschung in der Weltpolitik.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Trump hatte zuletzt in einem Interview mit dem Sender Fox News gedroht, die USA seien im Nordkoreakonflikt "auf alles vorbereitet". Er sagte: "Wir sind so vorbereitet, das würden Sie nicht glauben." Und weiter: "Sie wären schockiert, wenn Sie wüssten, wie gut vorbereitet wir sind, wenn wir es sein müssen."

Zugleich lobte Trump das Verhalten Chinas in dem Konflikt: Die Regierung in Peking habe zuletzt geholfen, sagte Trump. Er und Staatspräsident Xi Jinping hätten eine "außergewöhnliche Beziehung". Bisher hatte Trump China in dem Konflikt vor allem kritisiert und stets angemahnt, Peking würde viel zu wenig tun, um die Lage zu entspannen.

Vor knapp einer Woche hatte Nordkoreas stellvertretender Uno-Botschafter Kim In Ryong gewarnt, es könne "jederzeit ein Atomkrieg ausbrechen". Die Situation habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht". Kein anderes Land auf der Welt habe für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen, sagte er.

aar/AFP

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timofine 23.10.2017
1.
Er (Trump) sagte: "Wir sind so vorbereitet, das würden Sie nicht glauben." Und weiter: "Sie wären schockiert, wenn Sie wüssten, wie gut vorbereitet wir sind, wenn wir es sein müssen." Wenn ich Trumps Worte einmal mehr ganz bewusst lese, diese Aussage und Intention in Bezug auf das höchste Amt der Erde und dessen Würde betrachte, dazu die momentane politische Lage auf dieser Welt miteinbeziehe, bleibt mir nichts anderes übrig als festzustellen, dass niveauloses, grobmotorisches und undifferenziertes Verhalten und Sprech an den Tag gelegt wird. Kinder verhalten sich klüger als der aktuell amtierende US-Präsident... wenn dies alles nicht so ernst und bedrohlich für unsere Demokratie wäre, könnte ich nur noch lachen...
laufmichel 23.10.2017
2. Es ist dringend an der Zeit
dass DT von seines Amts enthoben wird, bevor er und seine ihm treu ergebenen Wasserspeier unsere Erde unbewohnbar machen.
latimer 23.10.2017
3. Netter Versuch
Sicher, der koreanische Diktator ist eine klare Bedrohung für die Welt. Aber auch Jimmy Carter wird keine positive Wende herbeiführen. Denn die zweite Bedrohung für den Weltfrieden sitzt zur Zeit im White House. Und die ist auf Krawall und Dominanz gebürstet und wird jeden Erfolg, und sei er noch so klein, sofort zerstören.
fischmops 23.10.2017
4. Die Superlativschleuder
Vielleicht sollten wir beginnen ein Wörterbuch Trumpism - Deutsch einzurichten. Erinnert sich noch irgendjemand an auch nur irgendeinen Inhalt seiner grössten Rede in der Historie, die er in Polen gehalten hat? Übersetzung müsste sein: belangloses Gelaber. "Wir sind so vorbereitet, das würden sie nicht glauben" hiesse demnach: wir sind komplett unvorbereitet. Halten wir uns an seinen Rat und glauben es einfach nicht. Seine Superlative nutzen sich ab, seinen Worte folgen keine oder wirre Taten. Er wird als das in die Geschichte eingehen, was er ist: ein Laberhansel.
rainer_daeschler 23.10.2017
5. In den Rücken getwittert
Ein riskantes Vorhaben für Jimmy Carter. Kaum sitzt er in Pjöngjang am Verhandlungstisch, muss er damit rechnen, dass Donald Trump, kurz nachdem er in Washington aus dem Bett gestiegen ist, ihm twitternd in den Rücken fällt.
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