Einladung von Kim Jong Un US-Regierung fordert konkrete Schritte vor dem Treffen

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat Donald Trump zu einem Treffen eingeladen. Das Weiße Haus wertet die Einladung als Durchbruch - knüpft die Zusage jedoch an Bedingungen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un; US-Präsident Donald Trump
AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un; US-Präsident Donald Trump


Ein Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kann nach Angaben des Weißen Hauses nur stattfinden, nachdem Nordkorea überprüfbare Schritte zur Denuklearisierung des Landes eingeleitet hat. Das sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte Trump in einer Botschaftzu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Die Nachricht überbrachte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong. Trump kündigte zunächst über Twitter an, dass das Treffen zustande kommen würde, die Sanktionen gegen Nordkorea aber weiter bestehen blieben.

Hoffnung auf Fortschritte im Atomkonflikt

Kim habe große Versprechungen gemacht, dazu gehöre die Denuklearisierung seines Landes. Die USA seien sicher, dass das geschehen werde. "Der Präsident ist voller Hoffnung, dass wir Fortschritte machen können", sagte Sanders.

"Wir verhandeln aus einer Position der Stärke, anders als Nordkorea", sagte Sanders. "Lassen Sie mich hier ganz klar sein: Die USA haben keinerlei Zugeständnisse gemacht, aber Nordkorea hat einiges versprochen."

Erleichterte Reaktionen auf Einladung

Die Bereitwilligkeit des nordkoreanischen Staatschefs zu direkten Verhandlungen stieß auf breite Zustimmung. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sprach von einem "historischen Meilenstein", der die Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel voranbringen werde.

Der japanische Premierminister Shinzo Abe sagte nach einem Telefonat mit Trump, dass diese Entwicklung das Ergebnis des fortgesetzt hohen Drucks auf Nordkorea durch Japan, seine Schutzmacht USA, Südkorea und durch die internationale Gemeinschaft sei.

ans/dpa/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
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gandhiforever 09.03.2018
1. Retourkutsche
Nun hat also ein Hardliner bei Trump vorgesprochen, und prompt knuepft dieser ein Treffen an Vorbedingungen. Vorbedingungen, auf die sich Kim nicht einlassen wird. Der Nordkoreaner koennte nun selbst ebenfalls zu Vorbedingungen zurueckgreifen, etwa den Abzug von US-Truppen von der Halbinsel. Am Ende wird das Treffen ins Wasser fallen, weil die Generaele im Weissen Haus ein Misstrauen hegen, dass der von Diktatoren so angetane Trump seinem Gegenueber doch zu viele Zugestaendnisse machen koennte.
JungUndFrei 09.03.2018
2.
Da hat Mr. Trump anscheinend doch eine gute Linie gewählt. Es zeigt sich immer wieder das Appeasement noch nie die beste Option war.
Atheist_Crusader 09.03.2018
3.
"Kim habe große Versprechungen gemacht, dazu gehöre die Denuklearisierung seines Landes. Die USA seien sicher, dass das geschehen werde." Nö, so dämlich ist der unter Garantie nicht. Wer keine Atomwaffen hat, der wird zum Opfer der Willkür Größerer. Haben wir in den letzten Jahrzehnten immer wieder gesehen, von den Amis, den Sowjets/Russen, den Chinesen... Zumal... bin ich der Einzige dem das wie ein vollkommen übertriebener Sprung vorwärts erscheint? Jahrzehntelang hat Nordkorea Zwischenfälle provoziert, Terrorakte veranstaltet, an seinen Atombomben geschraubt, etc. ... und jetzt wollen sie mal eben ihr Atomprogramm aufgeben? Von 180 auf Null für... ja was eigentlich? Frieden? Der scheint sie erstens nicht besonders zu interessieren und zweitens könnten sie den auch mit wesentlich weniger bekommen. Bomben- und Raketentests runterschrauben, Drohrhetorik reduzieren, ein paar nette aber bedeutungslose Kooperationsprojekte mit dem Süden... das würde schon reichen. Das stinkt einfach. Niemand gibt einfach so vitale Vorteile auf wenn er die gleichen fragwürdigen Versprechen nur mit einem Bruchteil davon bekommen könnte.
fatal.justice 09.03.2018
4. Gönne...
Zitat von JungUndFreiDa hat Mr. Trump anscheinend doch eine gute Linie gewählt. Es zeigt sich immer wieder das Appeasement noch nie die beste Option war.
... Trump den Hardliner-Triumph, falls er denn eintreten sollte - alleine, meiner koreanischen Freunde wegen. Nur, wie wollen Sie beurteilen wollen, ob eine Appeasement-Politik nicht früher zum Ziel geführt hätte? Diese Art von Konfliktlösung wurde bislang weder seitens der USA, noch von Nordkorea verfolgt. Damit hätte man sich ganze Jahrzehnte zwischenmenschlicher Hasstiraden ersparen können.
thousandguitars 09.03.2018
5. USA Idiots
Es wäre sicher cleverer, ohne vorheriges Machtgeprotze in diese Verhandlung einzusteigen. Aber was rede ich: Die "cleverness" haben die Amis ja bei der letzten Wahl verloren. Tja, Pech gehabt.
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