Pompeo in Pjöngjang Nordkorea lässt drei US-Bürger frei

Das nächste Zeichen der Entspannung: Mike Pompeo befindet sich auf dem Rückflug aus Nordkorea - laut Donald Trump zusammen mit drei Amerikanern, die in Haft waren und nun frei sind.

US-Außenminister Mike Pompeo
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US-Außenminister Mike Pompeo


Vor dem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un sind drei in dem ostasiatischen Land inhaftierte US-Bürger freigelassen worden. Trump teilte am Mittwoch via Twitter mit, die drei Männer befänden sich zusammen mit US-Außenminister Mike Pompeo auf dem Rückflug aus Nordkorea. Pompeo war zur Vorbereitung des Gipfels bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in das Land gereist.

In der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) soll der Außenminister zusammen mit seinen Landsmännern Kim Dong Chul, Kim Hak Song und Tony Kim nahe Washington landen. Trump wolle sie persönlich auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews begrüßen.

Bei den Freigelassenen handelt es sich um zwei Dozenten der aus dem Ausland finanzierten Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang sowie einen Missionar. Laut Trump scheinen sie bei guter Gesundheit zu sein. Evangelikale Christen hatten die Universität in Pjöngjang im Jahr 2010 eröffnet. US-Regierungsvertreter hatten Nordkorea gedrängt, vor dem Gipfel die US-Bürger als Zeichen guten Willens freizulassen.

Ort und Zeit für Treffen zwischen Trump und Kim stehen fest

Der in Südkorea geborene US-Bürger Kim Dong Chul wurde in Nordkorea vor zwei Jahren wegen angeblicher Umsturzversuche zu zehn Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Kim Hak Song wurde in Nordkorea vor einem Jahr wegen des Vorwurfs feindseliger Handlungen festgenommen. Nach Berichten amerikanischer Medien ist Kim ebenfalls koreanischer Abstammung und wurde in China geboren. Tony Kim wurde ebenfalls vor gut einem Jahr in Nordkorea festgenommen. Auch ihm wurde feindseliges Verhalten vorgeworfen. Trump und Kim Jong Un wollen Ende Mai oder Anfang Juni zusammenkommen. Der US-Präsident schrieb in seinem Tweet weiter, Ort und Zeit für das Treffen stünden fest.

Die nordkoreanischen Behörden hatten in den vergangenen Jahren neben einzelnen US-Bürgern auch immer wieder Südkoreaner und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs "feindseliger Handlungen". Nach Meinung von Beobachtern spielten die betroffenen Amerikaner auch als potenzielle Verhandlungskarte eine Rolle.

Für besonders großes Aufsehen hatte der Fall Otto Warmbier gesorgt. Ende 2015 war der damals 21 Jahre alte US-Student nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er wurde wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig entlassen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2017 starb er - er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Warmbiers Familie hatte die nordkoreanische Regierung zuletzt wegen "brutaler Folter und Mordes" verklagt. Die Einreichung der Klage beim Bundesgericht in der Hauptstadt Washington erfolgte nur einen Tag vor dem historischen Gipfeltreffen von Nord- und Südkorea im Grenzort Panmunjom.

aev/AFP/dpa

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