Gescheiterter Gipfel mit Trump Nordkorea droht mit Abbruch der Atomgespräche

Die Verhandlungen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un über das nordkoreanische Atomprogramm gingen ohne Einigung zu Ende. Der Diktator fühlt sich offenbar gegängelt - und könnte den Dialog beenden.

Vizeaußenministerin Choe Son Hui (Mitte)
AP

Vizeaußenministerin Choe Son Hui (Mitte)


Nach dem gescheiterten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump vor zwei Wochen stellt Nordkoreas Führung Medienberichten zufolge weitere Verhandlungen über ihr Atomwaffenprogramm infrage. Nordkorea habe nicht die Absicht, vor den Bedingungen der USA einzuknicken, sagte Vizeaußenministerin Choe Son Hui laut der russischen Agentur Tass in Pjöngjang. Auch die Nachrichtenagentur AP berichtet über ihre Äußerung.

"Wir haben nicht die Absicht, den Forderungen der USA (auf dem Hanoi-Gipfel) in irgendeiner Form nachzugeben, und wir sind auch nicht bereit, an derartigen Verhandlungen teilzunehmen", wird Choe von Tass zitiert.

US-Außenminister Mike Pompeo und der nationale Sicherheitsberater John Bolton hätten "eine Atmosphäre der Feindseligkeit und des Misstrauens" geschaffen. Sie "behinderten daher die konstruktiven Bemühungen, um Verhandlungen zwischen den obersten Führern Nordkoreas und der Vereinigten Staaten". Der Nachrichtenagentur AP zufolge sprach Choe von einem "gangsterähnlichen Standpunkt der USA", der die Gespräche gefährde.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un werde bald eine Erklärung zu seinem künftigen Kurs über die Denuklearisierung abgeben. Der Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump in Vietnam Ende Februar war ohne Absichtserklärung zu Ende gegangen. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas und den Gegenleistungen der USA nicht näher.

Trump hatte zum Scheitern gesagt, Nordkorea habe die vollständige Aufhebung der Sanktionen verlangt. Die nordkoreanische Seite sprach davon, dass es nur um einen Teil der Strafmaßnahmen gegangen sei.

Choe erneuerte laut Nachrichtenagentur AP nun diese Vorwürfe: Washington habe eine gute Gelegenheit verpasst. Sie warnte, dass Kim das Moratorium für Raketenstarts und Atomtests überdenken könnte.

apr/dpa/AP



insgesamt 8 Beiträge
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krautrockfreak 15.03.2019
1. Täglich grüßt das Murmeltier - War doch klar, heute die dicksten
Freunde und morgen werden wieder die Säbel gewetzt, dann wieder ein Treffen und der eine lobt den anderen über den Klee, dann wieder Hasstiraden - ich kann's nicht mehr hören. Die Medien sollten diesen zwei Witzfiguren keine Aufmerksamkeit mehr widmen, das macht nur die Menschen kirre... oder wie man sagt: Viel Rauch um Nichts!
JoachimZ. 15.03.2019
2.
Auch wenn die Nordkoreaner gerne viel übertreiben, ein großer Funke an Wahrheit wird da dran sein, was Nordkorea sagt! Die USA machen sich zur Zeit weltweit sehr unbeliebt!
hannibalanteportas 15.03.2019
3. Irgendwie...
beschleicht mich das Gefühl, dass man Pompeo&Bolton danken sollte (ich kann nicht fassen, dass ich das wirklich schreibe). Aber ich würde es dem Enterich zutrauen, sich über den Tisch ziehen zu lassen. ich mein er will ja immerhin den Friedensnobelpreis. Da kann man einem Diktator schon mal nachgeben.
gammoncrack 15.03.2019
4. Ich würde mal sagen:
Selten ist ein amerikanischer Präsident derart vorgeführt worden. Und natürlich wird er das alles als "großartigen Erfolg" verkaufen.
Idinger 15.03.2019
5. Allerdings
Zitat von JoachimZ.Auch wenn die Nordkoreaner gerne viel übertreiben, ein großer Funke an Wahrheit wird da dran sein, was Nordkorea sagt! Die USA machen sich zur Zeit weltweit sehr unbeliebt!
in erster Linie bei denen, die bisher schon zu den mannigfachen "Volksdemokratien" und ihre politischen Unterstützer großes Verständnis bekundeten und für die "der Westen" - und da insbesondere die USA - immer schon zu den größten Übeltätern gehörte.
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