Mögliche Explosion Erdbeben erschüttert Nordkorea

Seismologen haben ein Erdbeben in Nordkorea registriert. In Südkorea geht man von einer natürlichen Ursache aus. Die chinesische Bebenwarte teilt dagegen mit, die Erdstöße seien wohl von einer Explosion verursacht worden.

Flagge Nordkoreas
REUTERS

Flagge Nordkoreas


Am Samstag, gegen 10.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, hat in Nordkorea die Erde gebebt. Die Bebenwarte in China gibt die Stärke des Bebens mit 3,4 auf der Richterskala an, ihre Kollegen in Südkorea maßen eine Stärke von 3,0.

Auch über die Ursache gehen die Angaben auseinander: Die Seismologen in Peking vermuten eine Explosion. Das Epizentrum des Bebens habe sich nämlich in null Kilometer Tiefe, also quasi an der Erdoberfläche befunden, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Dies deute auf eine Detonation hin. Zudem ereignete sich das Beben in der Provinz Hamgyong-pukto unweit der chinesischen Grenze. Dort liegt das Gelände, in dem das Regime von Kim Jong Un in der Vergangenheit Atomwaffen getestet hat - zuletzt vor knapp drei Wochen. Damals hatte das Beben infolge der Explosion eine Stärke von 6,3.

Das meteorologische Institut in Südkorea geht hingegen nach einer ersten Prüfung davon aus, dass das Erdbeben im Nachbarland natürliche Ursachen habe. Es liefen aber weitere Untersuchungen.

Bericht über das Beben im südkoreanischen Fernsehen
AFP

Bericht über das Beben im südkoreanischen Fernsehen

Der Chef der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), Lassina Zerbo, sagte, seine Analysten prüften "die ungewöhnliche seismische Aktivität" in Nordkorea. Er wies jedoch darauf hin, dass die Erdstöße deutlich schwächer waren als bei bisherigen nordkoreanischen Bombentests. Diese hatten jedes Mal Erdbeben mit einer Stärke von mindestens 4,3 auf der Richterskala ausgelöst.

Das Epizentrum des Bebens vom Samstag liege rund 50 Kilometer von dem Gebiet entfernt, in dem vorherige Atomversuche durchgeführt wurden, teilte CTBTO-Chef Zerbo via Twitter mit.

Nordkorea hatte erst am Freitag mit dem Test einer Wasserstoffbombe gedroht.

syd/Reuters/AP



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