Vor Gedenkfeiern Nordkorea ernennt toten Kim zum "Ewigen Parteisekretär"

Der Personenkult in Nordkorea nimmt noch verrücktere Züge an: Die herrschende Arbeiterpartei hat den toten Kim Jong Il zum "ewigen Generalsekretär" ernannt. Für seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un bleibt der Titel "Erster Sekretär" - er ist damit nun Chef seiner Partei.

Kim Jong Il, abgebildet auf einer Ehrenmedaille: Nun "Ewiger Generalsekretär" seiner Partei
AFP/ KCNA via KNS

Kim Jong Il, abgebildet auf einer Ehrenmedaille: Nun "Ewiger Generalsekretär" seiner Partei


Pjöngjang - Der neue nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un ist am Mittwoch zum "Ersten Sekretär" der regierenden Arbeiterpartei ernannt worden. Damit ist er praktisch Chef der Einheitspartei. Sein verstorbener Vater Kim Jong Il erhielt den Titel "Ewiger Generalsekretär". Das berichtete am Mittwoch die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Die Ernennungen erfolgten auf einem Sondertreffen der Arbeiterpartei.

Kim Jong Il war im Dezember gestorben. Kurz nach dem Tod des Vaters war der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un bereits zum "obersten Führer" der Partei, der Streitkräfte und des Staates ausgerufen worden.

Am Sonntag feiert Nordkorea den 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Teil der pompösen Gedenkfeiern ist der Start einer Langstreckenrakete. Diese soll einen Satelliten ins All bringen. Zur Vorbereitung begann Nordkorea am Mittwoch mit der Betankung des Flugkörpers vom Typ Unha-3. Der geplante Flug sorgt für Konflikte: Die USA betrachten den Start als militärischen Test einer Rakete, die ihr Territorium erreichen könnte. Washington forderte Pjöngjang bereits mehrmals zum Verzicht weiterer Raketenstarts auf. Mehrere asiatische Airlines verlegten ihre Flugrouten.

Kurz vor dem Abschuss des Flugkörpers ernannte Nordkorea einen neuen Verteidigungsminister. Die Zeitung der regierenden Arbeiterpartei, "Rodong Sinmun", berichtete am Mittwoch, Kim Jong Gak sei nun "Minister der bewaffneten Kräfte des Volkes".

heb/dpa/AP/Reuters/AFP

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Dumpfmuff3000 11.04.2012
1. xxx
Zitat von sysopAFP/ KCNA via KNSDer Personenkult in Nordkorea nimmt noch verrücktere Züge an: Die herrschende Arbeiterpartei hat den toten Kim Jong Il zum "ewigen Generalsekretär" ernannt. Für seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un bleibt der Titel "Erster Sekretär" - er ist damit nun Chef seiner Partei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826790,00.html
Dann kriegt er bestimmt auch ewig ein Büro, Dienstwagen und Sekretärin.
glen13 11.04.2012
2.
Zitat von sysopAFP/ KCNA via KNSDer Personenkult in Nordkorea nimmt noch verrücktere Züge an: Die herrschende Arbeiterpartei hat den toten Kim Jong Il zum "ewigen Generalsekretär" ernannt. Für seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un bleibt der Titel "Erster Sekretär" - er ist damit nun Chef seiner Partei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826790,00.html
Nun laßt die Nordkoreaner endlich mal in Ruhe oder darf nur die Katholische Kirche "Heilig sprechen"?
HeisseLuft 11.04.2012
3. Auwei
Zitat von Dumpfmuff3000Dann kriegt er bestimmt auch ewig ein Büro, Dienstwagen und Sekretärin.
... wenn das der Wulff liest ...
Augustusrex 11.04.2012
4. Der ewige Sekretär
Zitat von sysopAFP/ KCNA via KNSDer Personenkult in Nordkorea nimmt noch verrücktere Züge an: Die herrschende Arbeiterpartei hat den toten Kim Jong Il zum "ewigen Generalsekretär" ernannt. Für seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un bleibt der Titel "Erster Sekretär" - er ist damit nun Chef seiner Partei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826790,00.html
Und, wird er jetzt auch konserviert und ausgestellt wie der Herr Papa? In diesem Fall hätte man ja schon ein richtiges Panoptikum beieinander. Der "Präsident auf Ewigkeit" und der "ewige Generalsekretär". Eine richtig feine Familie....
essener97 11.04.2012
5. "Minister
der bewaffneten Kräfte des Volkes" hört sich irgendwie an wie "Super(mann)minister": bescheidener wäre die sinngemäßere Übersetzung Minister der Volksstreitkräfte, zumal die Armee "Koreanische Volksarmee" genannt wird. Außerdem dürften die Worte "vor Gedenkfeiern" den Leser etwas verwirren: die Gedenkfeiern gelten nicht dem toten Kim Nr. 2/"ewiger Generalsekretär", dessen schon am 29. 12. und Ende März gedacht wurde, sondern dem toten Kim Nr. 1 (1912-1994)/"ewiger Präsident".
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