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Propagandaschlacht: Nordkorea beschallt offenbar zurück

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AP/dpa

Nordkoreanisches Militär feiert den angeblichen Test einer Wasserstoffbombe

Der Propagandakrieg zwischen Nord- und Südkorea eskaliert nach dem angeblichen Test einer Wasserstoffbombe durch Pjöngjang. Die Regierung in Seoul beschallt die Grenze - der kommunistische Norden schlägt zurück.

Der jüngste Atomtest Nordkoreas hat eine Propagandaschlacht mit Südkorea an der gemeinsamen Grenze ausgelöst. Als Reaktion auf den angeblichen Test einer Wasserstoffbombe nahm Südkorea die Beschallung von nordkoreanischem Gebiet mit Nachrichten, politischen Parolen und lauter Pop-Musik über Lautsprecher wieder auf.

In den Botschaften wurde Machthaber Kim Jong Un für einen luxuriösen Lebensstil und seine Wirtschaftspolitik in dem verarmten und abgeschotteten Land kritisiert.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang reagierte prompt und startete der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge eine Propaganda-Beschallung des Südens. Der britische Außenminister Philip Hammond rief Südkorea zur Zurückhaltung auf, um eine Eskalation zu vermeiden.

Am Mittwoch hatte Nordkorea verkündet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben, und damit international Empörung ausgelöst. Atomexperten und die US-Regierung bezweifeln allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Südkorea verurteilte den Test als "mutwilligen Verstoß" gegen Nordkoreas internationale Verpflichtungen und als "schwere Verletzung" eines Abkommens mit dem Süden von Ende August.

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Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomtests vorgenommen. Der Uno-Sicherheitsrat verschärfte nach jedem Test die Sanktionen - von seinem vierten Atomtest ließ sich Nordkorea damit aber nicht abhalten. Der neue Test wurde weltweit scharf verurteilt.

Seoul kündigte an, den Zugang zum gemeinsam mit Pjöngjang betriebenen Industriekomplex Kaesong einzuschränken. Es dürften nur noch Südkoreaner mit direkten Geschäftsinteressen in das in Nordkorea gelegene Industriegebiet reisen, hieß es aus dem Wiedervereinigungsministerium in Seoul. In Kaesong arbeiten etwa 53.000 Nordkoreaner für rund 120 Firmen aus dem Süden. Der Komplex ist für Nordkorea eine wichtige Devisenquelle.

Zuletzt hatte Südkorea die Propaganda-Lautsprecher im August eingesetzt, nachdem bei der Explosion von Minen an der Grenze zwei heimische Soldaten verletzt worden waren. Dies führte damals zu Artilleriegefechten: Nordkorea beschoss die Lautsprecher und Südkorea erwiderte das Feuer. Im Zuge von Entspannungsschritten hatte Südkorea die Beschallung wieder eingestellt.

Formal befinden sich Süd- und Nordkorea im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Pjöngjang droht immer wieder mit Angriffen auf Südkorea und die USA.

brt/Reuters/AFP

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Fläche: 99.646 km²

Bevölkerung: 48,184 Mio.

Hauptstadt: Seoul

Staatsoberhaupt:
Park Geun Hye

Regierungschef: Hwang Kyo Ahn

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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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