Erfolgreicher Waffentest Nordkorea feuert erstmals Rakete von einem U-Boot ab

Nordkorea feiert den erfolgreichen Start einer Rakete von einem U-Boot aus. Wenn die Berichte stimmen, würde das nach Ansicht von US-Militärexperten die Kräfteverhältnisse in der Spannungsregion drastisch verändern.


Nordkorea hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine Unterwasser-Rakete getestet. Die ballistische Rakete sei von einem U-Boot abgefeuert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Staatschef Kim Jong Un persönlich habe den Befehl zum Abschuss der Rakete erteilt und anschließend verfolgt, wie das Geschoss "aus dem Meer aufgetaucht und in die Luft gestiegen sei". Es handele sich um eine "strategische Waffe von Weltrang", die dem neuesten Stand der Militärtechnologie entspreche, hieß es in dem Bericht.

Kim betonte demnach, das Erlangen dieser Technologie ermögliche es den Streitkräften seines Landes, in allen Gewässern "feindliche Kräfte auszulöschen", die die Souveränität Nordkoreas verletzen. Details zu dem Test wurden nicht genannt.

Nordkorea feuert immer wieder Raketen mit unterschiedlicher Reichweite zu Testzwecken ab, um Stärke zu demonstrieren. Das isolierte Land verstößt damit gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats. Pjöngjang hatte in den vergangenen Jahren außerdem drei Atomtests vorgenommen, den bislang letzten im Februar 2013.

Offiziell gab es noch keine Reaktion aus Seoul. Nach Ansicht der südkoreanischen Regierung verfügt Nordkorea inzwischen über die Technologie, um zumindest einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen. Experten bezweifeln jedoch, dass das Land tatsächlich die technischen und finanziellen Möglichkeiten besitzt, auch ein funktionsfähiges ballistisches Raketensystem für seine U-Boot-Flotte zu bauen.

Ein solches System würde nach Überzeugung des US-Militärexperten Joseph S. Bermudez jr. die Kräfteverhältnisse in der Region dramatisch verändern. Die USA und ihre Alliierten müssten ihre Verteidigung deutlich ausbauen, zitiert die "New York Times" aus einem seiner Artikel auf "38North", einer Webseite, die sich mit Themen rund um Nordkorea befasst.

mik/Reuters/dpa



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