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15. April 2017, 00:07 Uhr

Nordkorea gegen USA

"Wird in wenigen Minuten zertrümmert"

Nordkorea feiert den 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung - und stößt Drohungen gegen Donald Trump aus. Laut einem Medienbericht erwägen die USA einen Präventivschlag gegen das kommunistische Land.

In Nordkorea finden am Samstag die Feierlichkeiten zum 105. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung statt. Im Vorfeld hat das nordkoreanische Militär martialische Erklärungen verbreitet. Sollten die USA das kommunistische Land angreifen, werde es "atomaren Donner und strafende Blitze" geben, die Feinde würden einen "echten Krieg" erleben.

Konkrete Drohungen wurden ausgestoßen gegen US-Stützpunkte in Südkorea sowie gegen den Präsidentenpalast in Seoul. Dieser könne bei einem Militärschlag Nordkoreas "in wenigen Minuten zertrümmert" werden.

Die Erklärung aus Pjöngjang richtete sich auch persönlich gegen US-Präsident Donald Trump. Der habe mit seinem Raketenangriff in Syrien "den Weg der offenen Drohung und Erpressung" gegen Nordkorea betreten, erklärten die Streitkräfte.

"Verdächtige Aktivitäten"

Weltweit wird befürchtet, dass die nordkoreanische Führung unter Machthaber Kim Jong Un - dem Enkel Kim Il Sungs - am Samstag anlässlich des Jahrestages einen neuen Atomwaffentest vornehmen könnte.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den USA zeigen Satellitenbilder "verdächtige Aktivitäten" auf dem Testgelände Punggye Ri. Dem US-Auslandssender Voice of America zufolge wurde bereits ein atomarer Sprengsatz in einen Tunnel geschoben.

Es wäre der sechste verbotene Test seit 2006. Das stalinistisch geführte Land verstößt mit den Tests gegen diverse Uno-Resolutionen.

Die USA kündigten an, wegen der Gefahr aus Nordkorea "militärische Optionen" zu prüfen. Präsident Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach damit gedroht, das Atomprogramm Nordkoreas notfalls im Alleingang zu stoppen.

US-Zerstörer sind angeblich bereit

Der US-Sender NBC berichtet unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter von US-Geheimdiensten, dass die USA darauf vorbereitet seien, einen Präventivschlag gegen Nordkorea auszuführen, sollten sie davon überzeugt sein, dass Pjöngjang einen weiteren Atomtest vornehmen wolle.

Zwei US-Zerstörer mit Marschflugkörpern halten sich demnach in der Nähe der koreanischen Halbinsel auf. Einer davon sei etwa 480 Kilometer vom Atomtestgelände entfernt. Der Bericht wurde offiziell nicht bestätigt.

Am Donnerstag hatte das US-Militär in Afghanistan im Kampf gegen IS-Terroristen erstmals die sogenannte Mutter aller Bomben eingesetzt - die größte nicht-nukleare Waffe der amerikanischen Streitkräfte. Auf die Frage, ob der Einsatz der Bombe auch als Warnung an Nordkorea gedacht sei, antwortete Trump, dies mache keinen Unterschied. "Ich weiß nicht, ob das eine Botschaft sendet. Es ist auch egal, ob es das tut oder nicht. Nordkorea ist ein Problem. Das Problem wird gelöst werden."

Russland und China besorgt

Die Regierung in Moskau zeigte sich angesichts der wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel besorgt. "Wir rufen alle Länder zur Zurückhaltung auf", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Vizeaußenminister Sergej Rjabkow mahnte, es könne nur eine politische Lösung des Konflikts geben.

Der russische Militärexperte Wladimir Dworkin warnte, ein Präventivschlag der USA könne einen großen Militärkonflikt auslösen. Sein Kollege Sergej Modestow hingegen hielt einen Angriff der USA auf Nordkorea für unwahrscheinlich. "Der US-Präsident lässt die Muskeln spielen, aber er wird es kaum wagen", sagte er der Agentur Interfax. Denn die Nordkoreaner seien unberechenbar. So könnten sie als Reaktion auch Verbündete der USA wie Japan oder Südkorea angreifen.

China rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf. "Wir fordern ein Ende der Provokationen und Drohungen, bevor die Lage nicht mehr zu retten ist", sagte Außenminister Wang Yi.

Als Demonstration der Stärke haben die USA bereits ihren Flugzeugträger "USS Carl Vinson" entsandt. Er wird zusammen mit einem Flottenverband am Wochenende in den Gewässern nahe der koreanischen Halbinsel erwartet. Am Ostersonntag kommt außerdem US-Vizepräsident Mike Pence in die südkoreanische Hauptstadt Seoul.

wal/AFP/dpa

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