Nordkorea Historischer Schritt über die letzte Grenze des Kalten Krieges

Als erster Präsident Südkoreas hat Roh Moo Hyun die scharf bewachte Grenze zu Nordkorea zu Fuß überschritten. Er übertrat die Demarkationslinie - einen gelben Streifen mit der Aufschrift "Frieden" und "Wohlstand". Ziel des Besuchs ist die Aufnahme von Verhandlungen über einen Friedensvertrag.


Seoul/Pjöngjang - Es ist erst das zweite Mal seit 1953, dass sich die Machthaber beider koreanischer Staaten zu einem Gipfel treffen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il hat heute den südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun in Pjöngjang empfangen. Das südkoreanische Fernsehen zeigte Bilder, wie beide Staatschefs sich per Handschlag auf einem Platz in der nordkoreanischen Hauptstadt begrüßten.

Historischer Schritt: Präsident Roh und seine Frau überschritten die innerkoreanische Grenze zu Fuß
REUTERS

Historischer Schritt: Präsident Roh und seine Frau überschritten die innerkoreanische Grenze zu Fuß

Zuvor hatte Roh auf dem Weg nach Pjöngjang als erster Präsident Südkoreas die scharf bewachte Grenze zu Nordkorea zu Fuß überschritten. Die historische Grenzquerung sollte die Entschlossenheit zur Schaffung eines dauerhaften Friedens auf der koreanischen Halbinsel symbolisieren.

Roh und seine Frau Kwon Yang Suk waren aus ihrem Auto gestiegen, bevor sie die militärische Demarkationslinie (MDL) innerhalb der vier Kilometer breiten Pufferzone zwischen beiden Ländern erreicht hatten. "Die Koreaner haben angesichts dieser Grenze schon zu viel gelitten", sagte Roh vor laufender Kamera. Er wolle sich dafür einsetzen, den Weg für Frieden und gemeinsamen Wohlstand einzuschlagen.

Roh hatte angekündigt, während des dreitägigen Gipfels dem Thema einer neuen Friedensordnung für die seit mehr als 60 Jahren geteilte Halbinsel und dem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Vorrang zu geben. Er wolle "sich darauf konzentrieren, hinsichtlich einer Friedenslösung und der wirtschaftlichen Entwicklung einen wesentlichen und konkreten Fortschritt zu erzielen", bekräftigte Roh in einer Ansprache vor seiner Abreise.

Beide Länder befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) noch immer kein Friedensvertrag zustande gekommen ist.

ler/dpa/AP



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