Kim Jong Un: Koreaner spekulieren über Diktatorenbaby

Ist der Despot Vater geworden? Die südkoreanische Presse spekuliert über möglichen Nachwuchs für Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Der einzige Beweis: Mitte Dezember wirkte seine Frau auf Fotos hochschwanger, an Silvester dagegen sehr schlank.

Nordkorea: Ist Kim Jong Un Vater geworden? Fotos
AFP/ North Korean TV

Seoul - Aus Nordkorea kommen üblicherweise schlechte Nachrichten. Das Land ist bitterarm, Machthaber Kim Jong Un unterdrückt die Bevölkerung brutal. Mit seinen Raketentests und dem Atomprogramm provoziert die Führung in Pjöngjang den Westen.

Die südkoreanische Presse verbreitet nun aber eine Meldung ganz anderer Art: Nordkoreas Diktator soll Nachwuchs bekommen haben. Als Beweis werden Bilder seiner Ehefrau Ri Sol Ju bei einer Neujahrsfeier am Donnerstag in Pjöngjang gezeigt. Sie trug einen Zweiteiler und sah sehr schlank aus.

Noch am 17. Dezember hatte sie sich in der Öffentlichkeit mit einem weiten traditionellen Gewand gezeigt, unter dem ein Babybauch vermutet wurde. Sie sei hochschwanger, spekulierten Südkoreas Medien.

Aufgrund der Analyse der Fernsehbilder scheine Ri Sol Ju in der Zwischenzeit entbunden zu haben, erklärte ein südkoreanischer Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Yonhap.

Für Koreaner auf beiden Seiten der Grenze ist die Nachricht von möglichem Nachwuchs in der Diktatorenfamilie von großer Relevanz. Schließlich wird die Macht in Nordkorea seit drei Generationen vom Vater zum Sohn übertragen. Kim Jong Un war seinem Vater Kim Jong Il nachgefolgt, der seinerseit auf Staatsgründer Kim Il Sung gefolgt war.

Hatte das Paar schon bisher ein Kind?

Im Juli war Ri Sol Ju erstmals an der Seite ihres Mannes in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Pjöngjang bestätigte kurze Zeit später ihre Identität. Südkoreanische Medien zitierten Geheimdienstberichte, wonach das Paar seit 2009 verheiratet ist und bereits ein Kind haben soll. Demnach stammt Ri aus einer normalen Familie. Ihr Vater soll ein Universitätsdozent und ihre Mutter Ärztin sein. Offiziell bestätigt wurden die Berichte nicht.

Die angebliche Baby-Neuigkeit ist nicht die einzige überraschende Meldung aus dem kommunistischen Nordkorea. Kim Jong Un hatte am Montag eine Fernsehansprache gehalten - das hatte es unter seinem Vater und Vorgänger Kim Jong Il nicht gegeben. Zum anderen überraschte er mit dem Inhalt seiner Rede: Er verhieß er eine Entspannungspolitik gegenüber Südkorea. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", versprach der Despot in seiner Botschaft. "Es ist wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden." So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu "nichts als Krieg" führe.

Doch international waren die Reaktionen eher verhalten. Die Bundesregierung forderte den nordkoreanischen Machthaber auf, den großen Ankündigungen auch entsprechende Handlungen folgen zu lassen. "Das ist der entscheidende Maßstab, woran wir die nordkoreanische Politik messen werden", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke. "Dafür reicht es nicht, eine Rede zu halten, die ja auch in sich teilweise einander widersprechende Passagen enthält."

Als mögliche Entspannungssignale nannte er die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm und den Verzicht auf Provokationen wie Raketentests. Den Start einer nordkoreanischen Weltraumrakete im Dezember nannte Peschke einen klaren Rückschritt für eine Annäherung der beiden koreanischen Staaten.

kgp/AFP

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Jetzt ist ein Neugeborenes
jskor 03.01.2013
schon ein "Diktatorenbaby". Da kann man doch nur mit den Augen rollen. Glückwunsch dem Paar.
2. Die neuen Van der Dingsbums?
mikesch0815 03.01.2013
Na, da freut sich die Yellowpress doch immens! Endlich ein neues Traumpaar auf der Bühne. Feine Sache! Charismatisch wirkt er ja, der kleine Dicke... und seine Frau sieht repräsentabel aus.
3.
Xangod 03.01.2013
Oh, nein! Der "kleine" Führer als Nachfolger vom großen, vom geliebten und vom dicken Führer ist schon da! Die Dynastie ist gesichert. Aber sein wir ehrlich, für Südkorea ist das keine schlechte Nachricht, wenn der Status quo gehalten wird. Man stelle sich vor die müßten eine "Wiedervereinigung" stemmen? Das hat da ganz andere Dimensionen, da war unsere Wiedervereinigung Kindergeburtstag gegen. Unvorstellbar!
4. !!
janne2109 03.01.2013
müssen wir deshalb auch spekulieren?
5. aussagekräftige Überschrift
bewarzer-fan 03.01.2013
... hoffen wir, dass sich der Trend fortsetzt, dass die Kommentare zum Nordkorea-Moppel interessanter sind, als der Artikel an sich :-)
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