Drohungen gegen USA Nordkorea prahlt mit neuer "Super-Rakete"

Es soll eine Warnung für Südkorea und dessen Schutzmacht USA sein: Das Regime in Pjöngjang verfügt nach eigenen Angaben über Raketen großer Reichweite. Die Flugkörper sollen in der Lage sein, nicht nur den Nachbarstaat und Japan zu treffen, sondern auch das US-amerikanische Festland.

Start der umstrittenen Taepodong-2-Rakete im April: Gegenseitige Drohgebärden
REUTERS/ KRT

Start der umstrittenen Taepodong-2-Rakete im April: Gegenseitige Drohgebärden


Pjöngjang - Nordkorea will über Raketen verfügen, die die USA erreichen können. Die "strategischen Raketenstreitkräfte" könnten nicht nur US-Truppen in Südkorea, sondern auch in Japan, Guam sowie auf dem US-Festland treffen, hieß es in einer Erklärung des nationalen Verteidigungsausschusses, die am Dienstag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde.

Das Regime in Pjöngjang reagiert damit auf Pläne Südkoreas und der USA, die Reichweite des südkoreanischen Raketensystems mehr als zu verdoppeln. Seoul will die Reichweite seiner Flugkörper von 300 auf 800 Kilometer erhöhen. Die Schutzmacht USA hat den Plänen bereits zugestimmt. Südkorea will so Nordkorea abschrecken, aber auch Ziele in China liegen künftig im Radius der Waffen.

Die jüngsten Nachrichten aus Südkorea zeigten, dass versucht werde, einen Krieg gegen den Norden "zu entzünden", hieß es am Dienstag in Pjöngjang. Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs im Jahr 1953 offiziell im Kriegszustand. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und garantieren einen "Abwehrschirm" im Falle eines atomaren Angriffs.

Im April hatte Nordkorea trotz internationaler Warnungen eine Rakete mit einem Satelliten gezündet, die jedoch kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea sahen in dem Satellitenstart den verdeckten Test einer Langstreckenrakete und damit einen Verstoß gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats. Es wird vermutet, dass Nordkorea auch Flugkörper mit einer Reichweite von 6700 Kilometer entwickelt.

Die Regierung in Seoul geht davon aus, dass Pjöngjang über Tausende Raketen verschiedener Typen verfügt, von denen zahlreiche gegen den Süden gerichtet sind. Zudem hatte Nordkorea im Oktober 2006 und im Mai 2009 Atomwaffentests vorgenommen.

Zwischen Nord- und Südkorea kommt es immer wieder zu Spannungen. Erst am Samstag ereignete sich an der Grenze ein Zwischenfall: Ein nordkoreanischer Soldat flüchtete in den Süden. Zuvor soll er zwei Vorgesetzte erschossen haben. Im September hatte es einen Streit über Fischerboote gegeben.

heb/AFP/AP

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fatherted98 09.10.2012
1. Wer wird....
Zitat von sysopREUTERS/ KRTEs soll eine Warnung für Südkorea und dessen Schutzmacht USA sein: Das Regime in Pjöngjang verfügt nach eigenen Angaben über Raketen großer Reichweite. Die Flugkörper sollen in der Lage sein, nicht nur den Nachbarstaat und Japan zu treffen, sondern auch das US-amerikanische Festland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-kann-angeblich-usa-mit-raketen-erreichen-a-860192.html
...sich denn von so einem Blödsinn einlullen lassen. Die Nord Koreaner haben doch noch nicht mal genug Kohle um einen Zug von A nach B fahren zu lassen (falls der noch funktioniert)...wo soll da denn eine Langstreckenrakete herkommen....so ein Mumpitz....das Ganze Regime dort ist doch eine einzige Lachnummer...
uspae2007 09.10.2012
2. logisch
Zitat von sysopREUTERS/ KRTEs soll eine Warnung für Südkorea und dessen Schutzmacht USA sein: Das Regime in Pjöngjang verfügt nach eigenen Angaben über Raketen großer Reichweite. Die Flugkörper sollen in der Lage sein, nicht nur den Nachbarstaat und Japan zu treffen, sondern auch das US-amerikanische Festland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-kann-angeblich-usa-mit-raketen-erreichen-a-860192.html
Andere prahlen nicht nur mit ihrer militärischen Stärke, sondern nutzen sie auch aus. Und genau das wissen die Nordkoreaner.
grafwagner 09.10.2012
3. Nk3
Vor einer Woche diese Worthülse vor der UNO in New York und schon wieder dieser Droh-Käse. Wer ist in Nord Korea für das Marketing zuständig?! Etwa auch der geliebte Unterdrücker Nr. 3 ?? Säbelrasseln scheint generell zum neo-international politischen Umgangston zwischen Staaten zu evolutionieren. Doch aktuell steht Iran/Syrien/Israel auf der Weltagenda mit der Programm-Bezeichung: "Irgendwo muss immer was sein, sonst verliert die Menschheit möglicherweise ihre Bipolarität." Papst J. Paul II. ist am 02.04.2005 verstorben und Harald Juhnke am 01.04.2005 und ein bereits ins Pay-TV verschwundener Unterhalter sagte damals über den Medienfokus dieser Tage: Pech für Herrn Juhnke.
Stelzi 09.10.2012
4. Der Winter naht
Die Frage nach dem 'warum?' ist schnell beantwortet: der Winter naht. NK braucht wieder Heizöl und Nahrung. Man hat ja gesehen, dass haltlose Drohungen in der Vergangenheit zu Hilfslieferungen geführt haben. So ähnlich denkt das Regime dort eben... Wie ein one-trick-pony.
ehf 09.10.2012
5. Rettungsschirme, Abwehrschirme...
Irgendwie dreht die ganze Welt am Rad.
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