Jubelfeier in Nordkorea Kim Jong Un lässt Zehntausende Kinder einfliegen

Gigantomanie à la Nordkorea: Bei seiner zweiten öffentlichen Rede lässt sich Diktator Kim Jong Un von Zehntausenden Kindern feiern - die extra in die Hauptstadt eingeflogen wurden. Der Machthaber will sich so die Unterstützung der jungen Generation sichern.

AFP / North Korean TV

Pjöngjang - Er trägt einen roten Schal, sie tragen rote Halstücher: Für seine zweite öffentliche Rede nach der Machtübernahme setzt der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un auf schöne Bilder mit Kindern - rund 20.000 Jungen und Mädchen aus dem ganzen Land hat sich der Machthaber eigens für die Inszenierung ausgesucht und nach Pjöngjang einfliegen lassen.

Einige der Kinder tragen Militäruniformen, auf Bildern aus dem Staatsfernsehen ist zu sehen, wie der Diktator sich mit Kindern unterhält, sich zu ihnen herunterbeugt.

Mit der Aktion will Kim Jong Un, der seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember an der Macht ist, die Unterstützung der neuen Generation gewinnen. Schon im Kindergarten wird der nordkoreanische Nachwuchs regelmäßig mit Propaganda über die Staatengründung und die verstorbenen Landesführer Kim Il Sung und Kim Jong Il versorgt. Die Kinder sind angehalten, von diesen als "Väter" zu sprechen.

Erst vor wenigen Tagen hatte Nordkorea mit Artillerieangriffen auf südkoreanische Medien gedroht, sollte die Regierung in Seoul sich nicht für eine "bösartige Verleumdungskampagne" entschuldigen. Hintergrund ist die Kritik in südkoreanischen Medien an Kinderveranstaltungen wie der vom Mittwoch. Im Nachbarland war die Veranstaltung als "politische Show" bezeichnet worden, auch Vergleiche zur Hitler-Jugend wurden laut.

anr/dapd/AP



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insgesamt 26 Beiträge
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c.PAF 06.06.2012
1.
Was für ein kranker Haufen, dieses Regime...
myxx 06.06.2012
2. Da wird...
die Demokratie mit Füßen getreten und die USA verstricken sich in einen sinnlosen Krieg im Irak und Afghanistan, anstatt ihre selbstauferlegten "Pflichten" als "Weltpolizei" mal ernsthaft wahrzunehmen. Natürlich: Schließlich gibt's in Nordkorea kein Erdöl.
Redigel 06.06.2012
3. Dr.
Zitat von c.PAFWas für ein kranker Haufen, dieses Regime...
Och, ich kenn da eine die fand das immer toll... früher allerdings noch mit blauem und rotem Halsband und das Thälmannlied trällernd. Und die meint das ernst...
ra_lf 06.06.2012
4. Es ist Armutszeugnis ...
... für die Weltgemeinschaft, einem etwa 30-jährigen Bengel zu erlauben, ca. 25 Mio. Menschen als Geisel zu nehmen, mit (Atom?-)Raketen rumzuspielen und den Frieden in ganz Ostasien zu bedrohen. Aber irgendwer wird daran sicher wieder gut verdienen. Erbärmlich!
newliferw 06.06.2012
5. Wie jetzt?
Zitat von myxxdie Demokratie mit Füßen getreten und die USA verstricken sich in einen sinnlosen Krieg im Irak und Afghanistan, anstatt ihre selbstauferlegten "Pflichten" als "Weltpolizei" mal ernsthaft wahrzunehmen. Natürlich: Schließlich gibt's in Nordkorea kein Erdöl.
In Südkorea auch nicht, trotzdem ist Südkorea ein International sehr wichtiger Handelspartner, wo jährlich zig Milliarden umgesetzt werden, wie passt das zu ihrer Logik?
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