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Nordkorea: Diktator Kim lässt sich mit angeblichem Atomsprengkopf fotografieren

DPA

Der Diktator neben einem strahlenden Atomsprengkopf? Nordkorea verkündet einen neuen angeblichen Erfolg seines Nuklearwaffenprogramms, südkoreanische Experten sind skeptisch.

Aus Nordkorea kommt eine weitere angebliche Erfolgsmeldung zum energisch verfolgten Atomwaffenprogramm des kommunistischen Landes. Pjöngjang will nun in der Lage sein, kleine, standardisierte Nuklearsprengköpfe zu produzieren. Sie sollen dazu geeignet sein, ballistische Langstreckenraketen zu bewaffnen.

Diktator Kim Jong Un sagte im Staatsfernsehen, das Land verfüge nun "über eine echte nukleare Abschreckung". Die Fernsehbilder zeigten Kim neben einem runden, silbernen Objekt, bei dem es sich um einen der neuen nuklearen Sprengköpfe handeln soll. Ein südkoreanischer Atomexperte der Kyung Hee University bezweifelt jedoch, dass es sich um ein echtes Waffenteil handelt. Die Gefahr der Strahlung wäre zu groß, ohne Schutzkleidung würde sich kaum jemand einem solchen Objekt nähern.

Kim kündigte an, nun müsse sein Land präzisere Raketen und weitere Bomben mit größerer Sprengkraft entwickeln. Über kleine Nuklearsprengköpfe für Langstreckenraketen war in nordkoreanischen Medien schon öfter berichtet worden. Am Mittwoch äußerte sich Kim jedoch erstmals persönlich dazu.

China nennt Lage "sehr angespannt"

Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium hieß es, man glaube nicht, dass der Norden über verkleinerte Atomwaffen verfüge. Anfang Januar hatte die nordkoreanische Regierung behauptet, bei einem Atomtest eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Experten gehen jedoch davon aus, dass Nordkorea nicht über derartige Technik verfügt. Seitdem sorgt das Land beinahe wöchentlich mit Meldungen über neuen Waffen- und Raketentests für Aufregung.

Chinas Außenminister Wang Yi sprach am Mittwoch mit seinem amerikanischen Amtskollegen John Kerry über die Lage auf der südkoreanischen Halbinsel. Wang nannte die Lage in dem Telefonat "sehr angespannt" und appellierte an alle Parteien, sich zurückzuhalten.

Anfang März hatte der Uno-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang erneut verschärft: Die Resolution sieht unter anderem Kontrollen aller Frachter von und nach Nordkorea sowie ein Verkaufsverbot für Handfeuerwaffen vor.

cht/Reuters/AP

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