Nordkorea Kim Jong Un schickt Top-Delegation nach Südkorea

Nordkorea wagt eine Annäherung an den Süden. Machthaber Kim Jong Un hat überraschend eine hochrangige Delegation ins Nachbarland entsandt. Dort vereinbarten die beiden Staaten weitere Spitzengespräche.

Hwang Pyong So und der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Ryoo Kihl Jae: Überraschender Besuch
AP/dpa

Hwang Pyong So und der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Ryoo Kihl Jae: Überraschender Besuch


Seoul - Der Abschluss der Asienspiele in Südkorea könnte den Beginn einer Annäherung des Landes mit Nordkorea markieren. Überraschend hat Kim Jong Un hochrangige Regimevertreter zu dem Anlass ins Nachbarland entsandt. Dort vereinbarten sie mit Spitzenpolitikern Südkoreas, Gespräche zur Verbesserung der Beziehungen wieder aufzunehmen, die seit Februar ausgesetzt waren, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Demnach sind die ersten neuen Gespräche für Ende Oktober oder Anfang November geplant.

Zu der Delegation aus dem Norden gehörte der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Hwang Pyong So, der als Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gilt. Zudem schickte das Regime in Pjöngjang zwei Sekretäre der herrschenden Arbeiterpartei.

Der Besuch kam offenbar auch für die Regierung in Seoul überraschend. Sie erklärte, sie sei erst am Freitag darüber informiert worden. Offizieller Anlass war der Abschluss der Asienspiele, bei denen Nordkorea mit elf Goldmedaillen überraschend erfolgreich abgeschnitten hatte.

Nach ihrer Ankunft am Samstag wurde die nordkoreanische Delegation in Inchon von Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae begrüßt. Außer Ryoo nahm Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Kim Kwan Jin an dem Treffen teil, gab die Regierung in Seoul bekannt.

Der nordkoreanische Politiker Choe Ryong dankte dem Süden für die Gastfreundschaft bei den Asienspielen. Er sagte, er sei "stolz, dass der Sport die Bemühungen zur Wiedervereinigung anführt". Der Besuch gilt als Signal für die Absicht des kommunistischen Regimes in Pjöngjang, die gespannten Beziehungen zu Seoul zu verbessern. Es sind die bisher höchstrangigen Kontakte zwischen Nordkorea und der südkoreanischen Regierung von Park, die seit Februar des vergangenen Jahres im Amt ist.

Südkorea und Nordkorea befinden sich formal noch immer im Kriegszustand, nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 wurde kein Friedensvertrag geschlossen. Nordkorea hatte zuletzt eingeräumt, dass Machthaber Kim Jong Un gesundheitliche Probleme habe. Filmaufnahmen vom Sommer zeigten ihn leicht hinkend.

vks/fdi/dpa/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Susi Sorglos 04.10.2014
1. Fragen über Fragen
Der niederländische Telegraaf berichtete gestern, dasss die erst seit März 2014 bekannte Schwester von Kim Jong Un die Macht übernommen habe, andere Medien (insbesondere aus UK) berichten vollständigen Machtverlust Kims und herrschendem Bürgerkrieg. Deutsche Presse schweigt beharrlich und nun dieser Bericht ?? Könnte das mal eine der Redaktion der geneigten Leserschaft bitte erklären ?
schmusel 04.10.2014
2. Kalter Winter steht bevor
Immer wenn Nordkorea einen kalten Winter befürchtet, gibt es "Annäherung" damit Heizöl fliesst. Das ist vermutlich alles.
ein-berliner 04.10.2014
3. Kinderüberraschung
Nord- und Südkorea nähern sich durch Gespräche an und spielen intensiv Ping-Pong. Ist bestimmt ein Anfang solange Nodkorea gewinnt und de Reis weiter kostenlos geliefert wird.
sototh 04.10.2014
4. Machtwechsel?
Kim Jong Un wurde seit Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen - über seinen Gesundheitszustand kann nur spekuliert werden. Nun besucht Hwang Pyong So Südkorea mit scheinbar freundlichen Absichten. Ich glaube, Kim Jong Un's Zeit ist abgelaufen. Übrigens: wie heißen eigentlich diese Mützen/Hüte des nordkoreanischen Militärs - Tellermützen? Finde diese Teile unsäglich albern.
Zorin 04.10.2014
5. Wer
weiss eigentlich, ob der kleine dicke Kimmi noch das Sagen in Nordkorea hat? Hab gestern irgendwas in der engelischen Presse gelesen, er wäre evtl. abgesetzt? Könnte also sein, dass das Nordkoreanische Volk auch endlich an die IPhone und Mc Donaldssuppentöpfe ranwill. Wenn die wüssten, die Armen, was da auf sie zukommt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.