Nordkorea Kim Jong Un soll Ex-Vertrauten verbannt haben

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un soll einen hochrangigen Verbündeten entmachtet haben. Offenbar wird der Verbannte nun auf einer Farm umerzogen.

Diktator Kim Jong Un mit Militär: Nummer zwei verbannt
AFP

Diktator Kim Jong Un mit Militär: Nummer zwei verbannt


Kim Jong Un baut offenbar seine Führungsriege um: Berichten zufolge hat der nordkoreanische Diktator erneut einen hochrangigen Vertrauten entmachtet. Südkoreas Geheimdienst NIS meldet, Kim habe Choe Ryong Hae auf eine ländliche Farm verbannt. Dort solle er umerzogen werden, berichtet die Nachrichtenseite CNN unter Berufung auf den Abgeordneten Shin Kyung-min.

Damit wäre Choe der jüngste Vorfall einer Serie von Exekutionen, Säuberungen und Entlassungen. Der Kim-Vertraute wurde als "Nordkoreas Nummer zwei" gehandelt: Er traf 2013 den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und reiste im Oktober vergangenen Jahres überraschend nach Südkorea. Seitdem Kim 2011 in dem kommunistischen Land die Macht übernommen hat, greift sein Regime hart durch.

Laut Shin habe der NIS die Information während eines Treffens eines parlamentarischen Komitees bekannt gemacht. Der Grund für die Demontage des Kim-Vertrauten sei nicht bekannt. Der Geheimdienst vermute jedoch, sie hänge mit Meinungsverschiedenheiten mit dem Diktator oder dem Bau des Baekdusan-Kraftwerks zusammen. Dort war zuletzt offenbar ein Wassertunnel eingestürzt.

Gespräche beschlossen

Immerhin: Zwischen Nord- und Südkorea standen die Zeichen zuletzt auf Entspannung. Beide Länder vereinbarten, Gespräche aufzunehmen - zunächst bei einem ersten Treffen auf Arbeitsebene. Das kommunistische Regime im Norden der Halbinsel ging damit auf Vorschläge des Südens ein, vorbereitende Verhandlungen für Gespräche zwischen den Regierungen beider Länder zu führen. Sie sollen am 26. November in einem Dorf an der stark befestigten Grenze stattfinden, teilten beide Staaten mit.

Im August hatten sich die Spannungen zwischen den Ländern zunächst verschärft. Zeitweilig beschossen sie sich an der Grenze mit Artillerie. Kurz darauf einigten sich Spitzenvertreter aus dem Norden und dem Süden auf eine Fortsetzung des Dialogs. Als Teil des Abkommens fanden im Oktober neue Treffen zwischen auseinandergerissenen Familien aus Süd- und Nordkorea statt.

Pjöngjang hat den Gesprächen nun in einer Zeit zugestimmt, in der das kommunistisch regierte Land isolierter zu sein scheint denn je. Südkorea bemüht sich um bessere Beziehungen zum traditionellen nordkoreanischen Verbündeten China sowie zum einstigen Erzfeind Japan.

anr/vek/AP



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