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Nordkorea: Diktator Kim weint um seinen Berater

Kim Jong Un am Sarg seines früheren Beraters: Auf Blumen gebettet Zur Großansicht
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Kim Jong Un am Sarg seines früheren Beraters: Auf Blumen gebettet

Diktator Kim Jong Un am offenen Sarg seines verstorbenen Beraters Kim Yang Gon: Dieses Foto wurde jetzt in Nordkorea veröffentlicht. Offenbar will das Regime Zweifel zerstreuen, der 73-Jährige sei liquidiert worden.

Die Leiche Kim Yang Gons liegt auf einem Bett von grünem Gras und bunten Blumen. Darüber der Diktator in Schwarz. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beugt sich über die Leiche seines früheren Beraters. Mit der Hand, so der Eindruck, fährt er sachte über die Wange des Mannes, der bis zu seinem Tod eine gewichtige Stimme hatte in Pjöngjang. Kims Gesicht ist gezeichnet von Trauer, so sieht es aus - und so soll es wohl auch wirken.

Das Foto, das die Szene zeigt, hat die staatliche Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlicht. Ob gestellt oder nicht, das Ziel der kommunistischen Führung dürfte klar sein: Seht her, so die Botschaft des Bildes, der Staatschef beklagt den Verlust eines engen Vertrauten. Eines Mannes, der im Alter von 73 Jahren bei einem Autounfall umgekommen ist - so lautet die offizielle Version.

Gründe, solche Verlautbarungen anzuzweifeln, gibt es in Nordkorea häufiger. In dem abgeschotteten Land verschwinden immer wieder Personen aus dem engsten Machtzirkel. Einige der einflussreichsten Parteifunktionäre starben nach offiziellen Angaben durch Verkehrsunfälle, darunter Kim Yang Gons Vorgänger Kim Yong Sun im Jahr 2003 und der mächtige Funktionär Ri Je Gang 2010, er soll in einen Machtkampf mit Kim Jong Uns Onkel Chang Song Thaek verwickelt gewesen sein. Chang überlebte 2006 einen Verkehrsunfall, wurde aber 2013 auf Veranlassung seines Neffen hingerichtet.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete von Spekulationen darüber, ob Kim Yang Gon tatsächlich durch einen Unfall starb oder ob er Opfer eines Komplotts wurde. Der Karrierefunktionär galt als moderat. Innerhalb der Führung war er zuständig für die Beziehungen zu Südkorea und die Wiedervereinigung.

Als der junge Kim Jong Un nach dem Tod seines Vaters 2011 an die Macht kam, wurde Kim Yang Gon sein wichtigster Berater in internationalen sowie interkoreanischen Fragen. 2007 hatte er maßgeblich dazu beigetragen, dass das Gipfeltreffen zwischen dem damaligen nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il und dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun zustande kam. Beobachtern zufolge könnte Kim Yang Gons Tod den Prozess der Annäherung beider Staaten zurückwerfen.

kev/AFP/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
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1.
tkedm 31.12.2015
Bin jetzt kein Experte für nordkoreanische Liquidierungen, aber einen "Berater" kann man doch einfach feuern, wenn man ihn loswerden will. Der hat ja keine Macht wie ein General oder ähnlich Hochrangige.
2. Da kommen Überlegungen auf
butzibart13 31.12.2015
Soviel Tote in leitenden Funktionen durch Verkehrsunfälle, obwohl der Autoverkehr in Nordkorea wohl als bescheiden anzusehen ist. Die Trauer in diesem Fall wirkt zumindest echt und soll wohl ein Gefühl der Empathie vermitteln.
3. @tkedm
holtriemerjung 31.12.2015
Es ist doch auch möglich, dass Kim Yang Gon der Regierung durch zu kritischem Denken aufgefallen ist und deshalb sterben musste. Wahrscheinlich werden wir die Wahrheit nie erfahren.
4.
Claudia_D 31.12.2015
Zitat von butzibart13Soviel Tote in leitenden Funktionen durch Verkehrsunfälle, obwohl der Autoverkehr in Nordkorea wohl als bescheiden anzusehen ist. Die Trauer in diesem Fall wirkt zumindest echt und soll wohl ein Gefühl der Empathie vermitteln.
Polonium ist halt zu teuer...
5.
tkedm 31.12.2015
Zitat von butzibart13Soviel Tote in leitenden Funktionen durch Verkehrsunfälle, obwohl der Autoverkehr in Nordkorea wohl als bescheiden anzusehen ist. Die Trauer in diesem Fall wirkt zumindest echt und soll wohl ein Gefühl der Empathie vermitteln.
So eine Trauer hat Kim nicht einmal bei der Beerdigung seines Vaters gezeigt. War das dann Antipathie? Seltsame Gestalten dort in Nordkorea.
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