Diplomatisches Tauwetter Nordkorea angeblich zu Stopp von Atomtests bereit

Südkorea kündigt einen historischen Gipfel mit dem kommunistischen Norden an. Während der Gespräche soll die Kim-Diktatur Atom- und Raketentests ausgeschlossen haben. Sogar eine nukleare Abrüstung sei langfristig möglich.

AFP/ KCNA/ KNS


Diplomatisches Tauwetter zwischen den verfeindeten Bruderstaaten Nord- und Südkorea: Diktator Kim Jong Un und der südkoreanische Staatspräsident Moon Jae In treffen im April persönlich zusammen. Das teilte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong in Seoul mit.

Derzeit ist eine Delegation aus dem Süden in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu Gast. Vertreter des Südens trafen dabei am Montag ebenfalls mit Machthaber Kim zusammen. Die Gespräche dauern am Dienstag an.

Quelle der Meldung war das südkoreanische Präsidialamt, das sogenannte Blaue Haus. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, sei geplant, eine ständige Telefonverbindung zwischen den beiden Koreas einzurichten, um militärische Spannungen zu verringern.

Für die Dauer der Gespräche soll sich der Norden zudem bereit erklärt haben, auf Nuklear- und Raketentests zu verzichten, heißt es in der Erklärung Südkoreas. Außerdem habe der Norden für die Fortdauer der Gespräche ein Angriff auf den Süden mit konventionellen oder atomaren Waffen ausgeschlossen.

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Demnach sei auch eine atomare Abrüstung Nordkoreas möglich, wenn die gesamte koreanische Halbinsel eine atomwaffenfreie Zone werde und wenn die politische Stabilität des nordkoreanischen Systems garantiert sei, meldet das Blaue Haus weiter. Der Norden soll außerdem zu Gesprächen mit den USA über ein Ende des Atomprogramms bereit sein.

Ein Sprecher des Blauen Hauses sagte dem SPIEGEL, Südkorea werde bereits am Wochenende eine Emissär nach Washington schicken, um die US-Seite von direkten Gesprächen mit Vertretern Nordkoreas zu überzeugen.

Aus Nordkorea gab es zu den Ankündigungen aus Seoul zunächst keine Bestätigung.

Dem Blauen Haus zufolge soll das Treffen der Staatschefs Kim und Moon Ende April stattfinden. Ort der Zusammenkunft soll wie bei früheren Gipfeln das Haus des Friedens in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea im Grenzort Panmunjom sein.

cht/vks/dpa

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apeface 06.03.2018
1. Reden ist immer gut!
Besser als jeder bewaffnete Konflikt.
hanscm 06.03.2018
2. Ist
Das nun die Folge der Sanktionen oder Ausdruck militärischer Stärke ?
naklar261 06.03.2018
3. Ganz hervorragend
Das ist in jedem Fall zu begrüßen und es erweckt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
burgundy 06.03.2018
4.
Zitat von naklar261Das ist in jedem Fall zu begrüßen und es erweckt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Ja, und wenn die beiden Staaten wieder zusammenkommen, wäre Korea über Nacht eine Atommacht. Besser geht's nicht.
eckawol 06.03.2018
5. Das Thema Wiedervereinigung
war insbesondere Südkorea wiederholt Thema , das ergebnislos verlief; meist wegen Vorbedingungen , die Barrieren darstellten. Nunmehr scheint sich der Ton zu ändern. SOLLTE es zu einem Fortschritt in Richtung Wiedervereinigung kommen, so ist zu hoffen, dass es zu "gesichtswahrenden" Entwicklungen kommen kann,die auch Erfassung der Defizite in beiden Landesteilen zulassen.
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