Pläne für Olympia 2020 und 2022 IOC-Präsident Bach traf Diktator Kim Jong Un in Nordkorea

Aus Sicht des IOC war die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ein großer Erfolg. Das Land soll nun dauerhaft zur olympischen Familie gehören - IOC-Chef Bach vermittelt selbst.

Thomas Bach (M) bei seiner Ankunft am Flughafen in Pjöngjang
DPA

Thomas Bach (M) bei seiner Ankunft am Flughafen in Pjöngjang


Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hat sich mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un getroffen. Bach erzählte der Nachrichtenagentur AP nach seinem Besuch, er habe am Freitag ein halbstündiges offizielles Gespräch mit Kim geführt. Anschließend hätten sie sich 45 Minuten ein Fußballspiel in Pjöngjangs May-Day-Stadion angesehen und sich dabei unterhalten.

Kim unterstütze die Teilnahme nordkoreanischer Athleten an den Olympischen Spielen im Sommer 2020 in Tokio und den Winterspielen 2022 in Peking, so Bach. An dem Wettbewerb in Südkorea hatten 22 Sportler aus Nordkorea teilgenommen.

Bach folgte einer Einladung Nordkoreas und ist bis einschließlich Samstag zu Besuch in dem international weitgehend isolierten Land. Im Fokus der Diskussionen sollten die weitere Entwicklung des Sports in Nordkorea mit dem Ziel der Qualifikation und Teilnahme an künftigen Wettbewerben stehen, hieß es in einer Erklärung des Internationalen Olympischen Komitees.

Als Deutscher, der an den Olympischen Spielen teilnahm, als das Land noch gespalten war, habe er einen besonderen Blick auf die Lage von Nord-und Südkorea, so Bach. Aber ihm sei auch klar, dass Sport nicht alle Wunden heilen könne.

Unter Einheitsflagge in Stadion marschiert

Bachs Besuch könnte möglicherweise zu einer weiteren Entspannung auf der koreanischen Halbinsel beitragen. Bei der Eröffnungsfeier der Spiele im südkoreanischen Pyeongchang waren die Sportler der verfeindeten koreanischen Staaten gemeinsam unter der Einheitsflagge ins Stadion einmarschiert.

Außerdem schüttelten sich der südkoreanische Staatschef Moon Jae In und Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, die Hand. Beide schauten sich zudem zusammen das erste Spiel des gemeinsamen Eishockey-Damenteams aus Nord- und Südkorea an.

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Seitdem vereinbarten beide Staaten den 27. April als Termin für das historische Gipfeltreffen zwischen Moon und Kim im Grenzort Panmunjom in der entmilitarisierten Zone. Bis Ende Mai soll es auch ein Treffen zwischen Kim und US-Präsident Trump geben. Beide Politiker haben sich dazu bereit erklärt, Zeitpunkt und Ort des Gipfels sind aber noch unklar.

wbr/AP/AFP/dpa



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