Nordkoreas Denuklearisierung Kim will bis 2021 abrüsten

Es ist das erste Mal, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un einen zeitlichen Rahmen für die atomare Abrüstung der Halbinsel nennt: Berichten aus Südkorea zufolge will er diese binnen zwei Jahren abschließen.

Kim mit Kriegsveteranen
KCNA/KNS/AP

Kim mit Kriegsveteranen


Was US-Präsident Donald Trump nicht gelang, sollen nun südkoreanische Diplomaten vollbracht haben: Bei einem Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un soll sich dieser auf ein Datum für die nukleare Abrüstung festgelegt haben. Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong sagte, Kim habe als Ziel dafür das Ende der laufenden ersten Amtszeit von Trump ausgegeben. Diese läuft noch bis 2021.

Kim hatte sich zwar bei einem historischen Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur auf das Ziel der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verständigt. Seitdem sind die Verhandlungen jedoch ins Stocken geraten.

Nun hat Kim zudem einem weiteren Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zugesagt. Das Gespräch ist für den 18. September geplant. Dabei soll es vor allem um die atomare Abrüstung der Halbinsel gehen.

Trump hatte Ende August einen Nordkorea-Besuch seines Außenministers Mike Pompeo wegen mangelnder Fortschritte kurzfristig abgesagt. Nordkorea hatte Pompeo zuvor vorgeworfen, "einseitige und gangsterähnliche Forderungen" zu stellen und wenig Interesse an einer Lösung des Konflikts zu zeigen.

"Nie etwas Negatives über Trump gesagt"

Der südkoreanische Sicherheitsberater Chung berichtete nun, dass Kim nach eigener Aussage "unverändertes Vertrauen" in Trump habe und dass er eine Denuklearisierung und ein Ende der feindlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wünsche, bevor die erste Amtszeit von Trump Anfang 2021 zu Ende gehe. "Er betonte besonders, dass er noch nie etwas Negatives über Präsident Trump gesagt hat", sagte Chung. Tatsächlich hatten sich Kim und Trump im vergangenen Jahr über Monate gegenseitig öffentlich beleidigt.

Kim wünsche sich auch, dass man ihm mehr Vertrauen entgegenbringen und habe darauf verwiesen, dass die USA die ersten Schritte Nordkoreas wie den Abriss eines Atomtestgeländes und einer Anlage für Raketenantriebe erwidern müssten, sagte Chung weiter. Dann sei auch Nordkorea zu weiteren proaktiven Maßnahmen bereit.

Trump bedankte sich umgehend bei Kim für dessen "unverbrüchliches Vertrauen". "Danke Vorsitzender Kim. Wir werden es zusammen schaffen!", twitterte Trump.

vks/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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Atheist_Crusader 06.09.2018
1.
Das glaube ich erst wenn unabhängige Quellen die Durchführung bestätigen und es dann ein paar Jahre Ruhe gibt. Das beklagte mangelnde Vertrauen gegenüber Nordkorea ist schließlich redlich verdient.
Darwins Affe 06.09.2018
2. Tempora mutantur
Vielleicht wechselt Nordkorea jetzt auch ins US-Lager, wie es schon das kommunistische Vietnam vorführte. Der chinesische Drache scheint wohl langsam gefährlicher als Mad Donald.
widderfru 06.09.2018
3. Trump der Gefährlichste
der entscheidet über den "Atombombenkofferknopf".
Tikal69 06.09.2018
4.
Zitat von Atheist_CrusaderDas glaube ich erst wenn unabhängige Quellen die Durchführung bestätigen und es dann ein paar Jahre Ruhe gibt. Das beklagte mangelnde Vertrauen gegenüber Nordkorea ist schließlich redlich verdient.
Woran machen Sie das mangelnde Vertrauen gegenüber Nord-Korea fest? Welches Land hat Nord-Korea in den letzten 50 Jahren überfallen?
geotie 06.09.2018
5.
Zitat von Tikal69Woran machen Sie das mangelnde Vertrauen gegenüber Nord-Korea fest? Welches Land hat Nord-Korea in den letzten 50 Jahren überfallen?
Na, so ganz halten die sich auch nicht an Zusagen und mit dem letzten Satz fällt mir nur das 'mangelnde Möglichkeiten' ein. Zumindest würde ich als Entscheider alles und jedem überprüfen, also Trump und Kim Jong Un und deren Versprechungen.
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