Satellitenfotos Nordkorea könnte mehr Atombomben bauen als angenommen

Auswertungen von Wärmebildern nähren den Verdacht, dass Nordkorea über mehr Plutonium verfügt als bislang bekannt. Pjöngjang könnte jederzeit einen weiteren Atomwaffentest durchführen.

Diktator Kim Jong Un
AFP

Diktator Kim Jong Un


Nordkorea hat nach Einschätzung von US-Forschern möglicherweise mehr Plutonium für Atomwaffen hergestellt als bislang bekannt. Darauf deuteten Wärmebildaufnahmen hin, die Satelliten von September 2016 bis Juni 2017 vom nuklearchemischen Labor der Atomanlage Yongbyon aufgenommen hätten. Das teilte die auf Nordkorea-Beobachtung spezialisierte Webseite "38 North" mit.

Die Webseite wird von amerikanischen Nordkorea-Experten betrieben, darunter Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Der Analyse zufolge gab es mindestens zwei Wiederaufarbeitungszyklen zur Vergrößerung des Plutoniumarsenals, die bislang nicht bekannt waren.

Zudem deuteten Aufnahmen von der Urananreicherungsanlage in Yongbyon darauf hin, dass Zentrifugen in Betrieb gewesen seien. Allerdings sei unklar, ob die festgestellte Wärmeentwicklung in der Anlage auf einen Produktionsbetrieb oder die Wartung der Zentrifugen zurückzuführen sei. Anlass zur Sorge könnte auch eine kurzzeitige Aktivität im Leichtwasser-Forschungsreaktor sein.

Produktion von einer Atomwaffe im Monat möglich

Nordkorea hat bislang fünf Atomwaffen getestet. Ein sechster Test könnte nach Einschätzung von Experten jederzeit vorgenommen werden. Die Forscher von "38 North" hatten im April das Atomwaffenarsenal auf bis zu 20 Bomben geschätzt. Das Land sei in der Lage, eine weitere Atombombe im Monat herzustellen.

Das isolierte kommunistische Land treibt trotz internationaler Proteste und Sanktionen seine Raketen- und Atomprogramme voran. Trotz UN-Auflagen hat Nordkorea Raketen getestet, die möglicherweise auch das Territorium der USA erreichen und Atomsprengköpfe tragen können.

Die USA fordern vor allem von China, dem einzigen wichtigen Verbündeten Nordkoreas, mehr Druck auf die Führung in Pjöngjang auszuüben, die Programme zu beenden. Aus Unzufriedenheit mit dem Einwirken der Regierung in Peking bereiten die USA Regierungskreisen zufolge neue Sanktionen gegen China vor.

beb/Reuters

insgesamt 50 Beiträge
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Namal 15.07.2017
1. gut so
Jeder Staat muss sich verteidigen können. SIehe Israel.
franz.xaver 15.07.2017
2. @1 Wtf?
Ja das israelische Verhalten in Sachen A-Bewaffnung ist mehr als fragwürdig, aber Sie wollen doch nicht ernsthaft Nordkorea damit vergleichen? In welcher Welt leben Sie denn?
Smithy 15.07.2017
3. Nicht Ihr Ernst?
Hier geht es höchstens unter dem Deckmantel der Abschreckung um Selbstverteidigung. Im Vordergrund steht doch eindeutig das Aggressionspotential eines widerlichen Despoten.
parisparis 15.07.2017
4.
als nicht-usa/nato allierte diktatur (wie bspw saudi arabien) macht es schon sinn, nuklearwaffen zur abschreckung gegen uns, die guten, die nato... zu haben.
Spiegelleserin57 15.07.2017
5. auch andere Staaten verfügen über Atombomben..
da ist Nordkorea nicht allein. Auch U.S.A. gehört zu diesen Staaten und vielen andere. Nur der Besitz ist kein Grund zur Aufregung. Viel schlimmer ist wohl der Besitzer, und dies auch in anderen Staaten.
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