Atomkonflikt Nordkorea zeigt sich offen für Gespräche mit USA

Kommt Bewegung in den Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA? Aussagen der Führungsriege in Pjöngjang deuten darauf hin. Eine nordkoreanische Diplomatin traf sich jüngst mit amerikanischen Sicherheitsexperten in Oslo.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 5. Mai
AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 5. Mai


Vor wenigen Wochen noch sah es danach aus, als könne der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea eskalieren. Nun zeichnet sich - mit aller Vorsicht - eine leichte Entspannung ab. So hat Nordkorea eine grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA angedeutet. "Wir werden einen Dialog haben, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind", sagte die Generaldirektorin für die US-Beziehungen im Außenministerium, Choe Son Hui, laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Sie reagierte damit auf die Frage von Journalisten, ob Nordkorea daran arbeite, Gespräche mit Vertretern der US-Regierung vorzubereiten.

Ob Choe damit auch andeuten wollte, dass die kommunistische Führung in Pjöngjang zu neuen Verhandlungen über ihr Atomprogramm bereit ist, war zunächst unklar. Nordkorea lehnte es bisher kategorisch ab, Schritte zum Abbau des Programms zu unternehmen.

Der Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. Die USA verlangen von Nordkorea den Verzicht auf sein Atomprogramm, das in der gesamten Region wie auch von Washington als Bedrohung angesehen wird. Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

US-Präsident Donald Trump kündigte zwar an, auf eine diplomatische Lösung und rigidere Sanktionen zu setzen. Er schloss aber auch ein militärisches Vorgehen nicht aus und entsandte einen Flugzeugträger in die Region. Kürzlich erklärte sich Trump aber auch grundsätzlich zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bereit.

Generaldirektorin Choe hatte auf der Heimreise von Norwegen in der chinesischen Hauptstadt Peking einen Zwischenstopp eingelegt. Dort gab sie die jetzt bekannt gewordenen Aussagen zu Protokoll. Choe war laut der Agentur Yonhap in Oslo mit einer Gruppe von amerikanischen Sicherheits- und Abrüstungsexperten zusammengekommen. Solche Treffen gab es immer wieder als Kontaktmöglichkeit zwischen dem abgeschotteten Nordkorea und den USA. Trump setzt vor allem auf Nordkoreas einzigen Verbündeten China, um die kommunistische Führung in Pjöngjang zum Einlenken zu bewegen.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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dirk1962 13.05.2017
1. Naja, zumindest
aus Korea kommen vorsichtig positive Signale. Bleibt zu hoffen, dass auch Trump einen kleinen Anflug von Vernunft hat.
Here Fido 13.05.2017
2. Reden
Miteinander reden ist besser als alles andere.
sven2016 13.05.2017
3.
Da würden dann zwei Regierungen sprechen, die weder durch Ernsthaftigkeit noch durch Glaubwürdigkeit von sich reden gemacht haben. Sinnvoller wäre es vielleicht, wenn auch China und Südkorea gleichrangig beteiligt wären. Dann könnte sich in 20 Jahren möglicherweise die Situation entspannen. Mehr Hoffnung als im Nahostkonflikt muss man nicht haben.
yossariania 13.05.2017
4. Das
Zitat von dirk1962aus Korea kommen vorsichtig positive Signale. Bleibt zu hoffen, dass auch Trump einen kleinen Anflug von Vernunft hat.
ist, gelinde gesagt, Tünneff. Nordkorea sendet zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorsichtige Signale aus. Es ist seit dem Waffenstillstand erklärtes und beharrlich verfolgtes Ziel der jeweiligen nordkoreanischen Regierung, in direkte Verhandlungen mit den USA einzutreten. Bislang haben diese jedoch sich beharrlich verweigert. Man kann von den Nordkoreanern halten, was man will - aber daran, dass sie nicht mit den USA reden wollten, hat es bestimmt nicht gelegen.
Das Pferd 13.05.2017
5.
Zitat von yossarianiaist, gelinde gesagt, Tünneff. Nordkorea sendet zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorsichtige Signale aus. Es ist seit dem Waffenstillstand erklärtes und beharrlich verfolgtes Ziel der jeweiligen nordkoreanischen Regierung, in direkte Verhandlungen mit den USA einzutreten. Bislang haben diese jedoch sich beharrlich verweigert. Man kann von den Nordkoreanern halten, was man will - aber daran, dass sie nicht mit den USA reden wollten, hat es bestimmt nicht gelegen.
na ja, bei der Verhandlung des Waffenstillstands waren die USA beteiligt. Und natürlich gab es Verhandlungen, als in der großen Hungersnot in den 90ern die Kims sich sogar zur Aussetzung Ihres Atomprogramms gegen Lieferungen gezwungen sahen. Und es gab natürlich immer die 6-Parteien Gespräche. Ein reines USA-NK-Verhandlungsformat geht nicht, weil das ja der Doktrin von NK seit 1948 entspräche: Anspruch auf ganz Korea, daraus ergibt sich, daß man über den "besetzten" Landesteil mit dem "Besatzer" verhandelt. Was nicht heißt, das man nicht auch mal ein Gipfeltreffen machen könnte wenn das irgendwie weiter hilft. Und natürlich gehören bei so schwierigen Verhandlungen seit über 60 Jahren auch Verhandlungsabbrüche, wenn es jemand zu bunt treibt. Aber von 1954 bis 20.01.2017 war immer klar, wer der Verrückte am Tisch ist. Die Zeiten haben sich geändert, leider nicht zum Besseren.
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