Treffen mit Kim Jong Un Trump zweifelt an Termin für Gipfel mit Nordkorea

Glaubt Donald Trump nicht mehr an ein baldiges Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un? Der US-Präsident stellte jetzt den für Mitte Juni vorgesehenen Termin infrage.

Donald Trump
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Erst drohte Nordkorea, das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump abzusagen. Nun hat auch US-Präsident Donald Trump den Termin für das Treffen mit dem Diktator infrage gestellt. Auch US-Vizepräsident Mike Pence hatte zuletzt über ein Platzen des Gipfels spekuliert.

"Es könnte sein, dass es nicht am 12. Juni klappt", sagte Trump vor einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. "Wenn es nicht zustande kommt, vielleicht kommt es später zustande", sagte er. Zuvor hatte die südkoreanische Seite erklärt, der Termin für den Gipfel sei nicht ernsthaft in Gefahr.

"Ich habe viele Deals gemacht. Man ist nie ganz sicher, was herauskommt", sagte Trump. Der US-Präsident betonte, dass die Abrüstung der nordkoreanischen Atomwaffen entscheidendes Kriterium sei. Er glaube, dass Kim dieses Problem ernsthaft angehe.

Das geplante Treffen zwischen Kim Jong Un und Trump wäre das erste direkte Aufeinandertreffen der Staatschefs Nordkoreas und der USA. Es soll in Singapur stattfinden und hatte Hoffnungen auf eine Lösung des Atomkonflikts genährt.

Grundsätzlich hielt Trump an seiner Vision einer Beendigung des Konfliktes auf der koreanischen Halbinsel fest. "Im Moment blicken wir auf zwei Koreas", sagte Trump. "Mag sein, dass wir in der Zukunft auf ein Korea zurückkommen."

Trump: Nordkorea könne "ein großartiges Land werden"

In Gesprächen mit Kim werde er die persönliche Sicherheit des Machthabers garantieren - und stellte Kim erneut einen auch für Nordkorea günstigen Deal in Aussicht. "Er wird sicher sein, er wird glücklich sein, sein Volk wird reich sein", sagte Trump. Wenn er in 50 Jahren zurückblicke, werde Kim sehr stolz auf das sein können, was er für Nordkorea getan habe, sagte Trump mit Blick auf ein mögliches Abkommen mit den USA.

Zuletzt hatte auch Nordkorea damit gedroht, das Gipfeltreffen abzusagen. Grund dafür war Kims Verärgerung über gemeinsame Militärübungen der USA mit Südkorea. Gespräche mit dem Südteil der Halbinsel hatte das Regime daraufhin bereits ausgesetzt.

Trump erneuerte seine Deutung, China habe Kim Jong Un bezüglich seiner Haltung zu einem Gipfel und dessen möglichen Inhalten beeinflusst. "Es gab einen Unterschied, als Kim China nach seinem zweiten Besuch verlassen hat", sagte Trump. Er habe aber weiterhin den Eindruck, dass Kim ernsthafte Absichten erfolge. Nordkorea habe jetzt die Chance zur Veränderung. "Sie haben die Chance, ein großartiges Land zu werden", sagte Trump. Diese Chance bestehe unter den jetzigen Gegebenheiten nicht.

Am 27. April war ein Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea mit einer gemeinsamen Erklärung über Frieden und Aussöhnung geendet. Kim Jong Un erklärte sich bei seinem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In unter anderem zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit. Wie und bis wann die "komplette Denuklearisierung" erreicht werden soll, blieb unklar.

Der Atomstreit mit Nordkorea gilt als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit. Beide Staaten erklärten sich dazu bereit, auf alle Feindseligkeiten zu verzichten und eine neue Friedensordnung für die koreanische Halbinsel anzustreben. Zudem sollen humanitäre Projekte, etwa direkte Kontakte zwischen getrennten Familien, wieder aufgenommen und der Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärkt werden.

apr/dpa/Reuters



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