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Konflikt mit Nordkorea: USA wollen Raketenabwehr in Südkorea stationieren

Kommandeur der US-Streitkräfte (l.) auf einer Pressekonferenz im südkoreanischen Verteidigungsministerium: Abwehr gegen Nordkorea Zur Großansicht
DPA

Kommandeur der US-Streitkräfte (l.) auf einer Pressekonferenz im südkoreanischen Verteidigungsministerium: Abwehr gegen Nordkorea

Der nordkoreanische Raketentest könnte den Aufbau eines US-Abwehrsystems in Asien stark beschleunigen. Das Pentagon kündigt an, schnellstmöglich eine mobile THAAD-Einheit nach Südkorea zu verlegen.

Das US-Militär plant die Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea. Eine Einheit des mobilen THAAD-Systems solle "so schnell wie möglich" nach Südkorea verlegt werden, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Montag. Derzeit liefen die Beratungen mit den südkoreanischen Verbündeten.

Damit reagieren die USA auf den Start einer Langstreckenrakete in Nordkorea.

Aus Verteidigungskreisen in Washington hieß es, dass das THAAD-System binnen zwei Wochen verlegt werden könne. Das System feuert Abfangraketen ab, die feindliche Geschosse in der Luft zerstören.

Die Debatte über ein US-Abwehrsystem läuft schon seit Längerem. China lehnt die Stationierung auf der koreanischen Halbinsel ab, Südkorea hat eine klare Festlegung bisher vermieden. Pentagon-Sprecher Cook versicherte am Montag, dass sich die Raketenabwehr "einzig gegen Nordkorea" richten werde.

Die Führung in Pjöngjang hatte am Sonntag eine Langstreckenrakete gestartet. Laut Nordkorea sollte die Rakete einen Satelliten für eine wissenschaftliche Mission ins All befördern. Die internationale Gemeinschaft wertet das Vorgehen dagegen als Test einer ballistischen Rakete und damit als Verstoß gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats. Anfang Januar hatte Nordkorea bereits eine Atomwaffe getestet.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist extrem angespannt. Im Grenzgebiet von Süd- und Nordkorea kam es laut einem Bericht der südkoreanischen Marine vom Montag zu einem Zwischenfall. Ein Schiff der Seestreitkräfte vertrieb demnach mit Warnschüssen ein nordkoreanisches Patrouillenboot. Dieses hatte eine Grenzlinie nahe der Socheongdo-Insel verletzt, die nach dem Koreakrieg 1953 festgelegt, von Nordkorea aber nie akzeptiert wurde.

Video: Kim Jong Un lässt Langstreckenrakete abfeuern

REUTERS/ KCNA

sun/dpa

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Raketenstart in Nordkorea: Kim Jong Un provoziert erneut

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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