Nordkorea-Konflikt Putin warnt vor "militärischer Hysterie"

Wladimir Putin will im Nordkorea-Konflikt weiter auf Diplomatie setzen. Auf einer Pressekonferenz warnte der Kreml-Chef, militärische Drohgebärden könnten in einer "globalen Katastrophe" enden. Auch Sanktionen seien keine Lösung.

Vladimir Putin
AFP

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Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat der russische Präsident Wladimir Putin vor einer "militärischen Hysterie" gewarnt. Diese sei sinnlos und könne zu einer "globalen Katastrophe" führen. Für Putin ist klar: "Es braucht den Dialog." Das sagte der Kreml-Chef auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Tagung der Brics-Staaten. An dem Gipfel der fünf großen Schwellenländer im chinesischen Xiamen nahmen China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika teil.

Durch den sechsten und bisher größten Atomtest hat sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel zuletzt weiter verschärft. Bisherige Sanktionen haben den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un nicht dazu gebracht, einzulenken. Die USA drängte zuletzt auf eine weitere Verschärfung der Strafmaßnahmen und drohte mit einer "massiven militärischer Antwort". China, eigentlich ein Verbündeter von Pjöngjang, mahnte beide Seiten zur Vorsicht.

(Lesen Sie hier alles, was Sie jetzt zur Nordkorea-Krise wissen müssen.)

Putin sieht auch in schärferen Sanktionen nicht die Lösung. Diese würden das Verhalten der nordkoreanischen Führung nicht ändern, sie könnten aber zu humanitärem Leid führen. Sanktionen als Weg, Nordkorea zu beeinflussen, seien ausgeschöpft. Gleichzeitig mache es keinen Sinn, Russland einerseits vorzuwerfen, dass es die Sanktionen gegen Nordkorea verletze und Russland andererseits zu bitten, weitere Sanktionen zu unterstützen.

Putin kündigte an, sich auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Mittwoch und Donnerstag mit den Staatsführern Südkoreas und Japans weiter zur Krise in Nordkorea zu beraten.

South Korean Defense Ministry/Getty Images

aev/Reuters

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