Fischer zu Nordkorea "Heißeste Krise, die wir im Moment haben"

Aus Sicht des Ex-Außenministers Joschka Fischer bleibt im Nordkorea-Konflikt nur der diplomatische Weg. Wer mit militärischer Vergeltung drohe, nehme die Zerstörung Südkoreas in Kauf.

Joschka Fischer
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Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer bezeichnet den Nordkorea-Konflikt als "heißeste Krise, die wir im Moment haben". Die Frage eines Atomkriegs sei "plötzlich wieder virulent" geworden, sagte der Grünen-Politiker.

Eine prominente Rolle für Europäer als Vermittler sieht Fischer allerdings nicht. Zwar habe die EU einen wichtigen Anteil gehabt an der Nuklearvereinbarung mit Iran. "Man könnte mit den Erfahrungen vielleicht etwas machen, wenn es gewünscht wird. Aber eine direkte Rolle sehe ich nicht, weil wir dort [im asiatischen Raum, d. Red.] in dieser Form nicht präsent sind."

Nordkoreakonflikt - die Akteure

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Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Es war der sechste und bisher größte Atomtest der diplomatisch isolierten Nation, die weiter auf verbale Provokationen setzt. Die USA werfen Nordkorea vor, einen Krieg provozieren zu wollen und dringen im Uno-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen" gegen Pjöngjang.

Ein militärischer Gegenschlag sei keine Option, sagt Fischer. "Wer die Zerstörung Südkoreas in Kauf nimmt oder die Gefährdung des Großraums Tokio, der kann dann darüber reden, ohne das halte ich das für nur Gerede." Es bleibe nur der diplomatische Weg, "und der wird schwer genug."

aev/dpa

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