Nach Iran-Deal Nordkorea lehnt Atomverhandlungen ab

Wird es nach dem Atomabkommen mit Iran auch Gespräche mit Nordkorea geben? Die kommunistische Führung des Landes erteilt solchen Hoffnungen eine Absage. Man sei schließlich bedroht.

Nordkoreanische Raketen: "Entscheidendes Abschreckungsmittel"
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Nordkoreanische Raketen: "Entscheidendes Abschreckungsmittel"


Das Regime in Nordkorea ist nicht an Atomverhandlungen mit den USA im Stil der Iran-Gespräche interessiert. Das nordkoreanische Atomprogramm sei ein "entscheidendes Abschreckungsmittel", erklärte das Außenministerium in Pjöngjang. Es sei nicht logisch, die Situation Nordkoreas mit der Irans zu vergleichen.

"Wir sind stets einer provozierenden Feindschaft des US-Militärs ausgesetzt", hieß es in der in staatlichen Medien verbreiteten Stellungnahme. Dazu gehörten massive "Militärmanöver und eine schwere atomare Bedrohung." Weiter teilte die Führung mit: "Wir haben keinerlei Interesse an einem Dialog über ein einseitiges Einfrieren oder eine Aufgabe unserer Atomwaffen."

Nach den erfolgreichen Verhandlungen mit Iran hat Südkorea das kommunistische Nachbarland aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen. Die Vereinten Nationen (Uno), die Europäische Union und die USA hatten wegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm Sanktionen gegen das international fast völlig isolierte Land verhängt.

Dagegen haben die Uno nach der historischen Atomeinigung mit Iran den Weg frei gemacht, die Sanktionen aufzuheben, wenn die Islamische Republik ihre Auflagen erfüllt. Mit dem vergangene Woche erzielten Abkommen soll über einen längeren Zeitraum verhindert werden, dass der Iran Nuklearwaffen bauen kann.

kev/Reuters



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insgesamt 15 Beiträge
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Bernhard.R 21.07.2015
1. Weltweit atomar abrüsten!
Der jahrelange Druck auf den Iran, einen atonwaffenfreien Staat war kontraproduktiv, weil er Kräfte gebunden hat, die in Verhandlungen mit den Atomwaffenstaaten nötiger gebraucht werden. Und da stehen Nordkorea und Israel ganz oben auf der Liste. Beide Staaten haben in der Vergangenheit bereits ihre Nachbarn überfallen und besitzen noch heute diese aggressive Potential. Israel noch mehr, da dessen Bombing 1981 auf Osira (Irak) und 2007 auf al-Bakir (Syrien) die Notwendigkeit der atomaren Entwaffnung besonders deutlich machen.
richardheinen 21.07.2015
2.
Ein Einsatz einer A- oder H-Bombe führt eine gleichartige Antwort zwangsläufig herbei. In der Konsequenz handelt es sich also um einen erweiterten Selbstmord. Hieraus ist erkennbar, dass Atomwaffen unnütz sind. Die enormen Kosten könnte man sparen, die ersparten Gelder anderswo sinnvoll verwenden. Aber mit solchen Selbstverständlichkeiten predigt man gegen den Wind.
eine-Meinung-unter-Vielen 21.07.2015
3. Eine atomare Bedrohung durch Nordkorea ...
... könnte wesentlich geringer sein, als eine Bedrohung durch Pakistan. Angenommen, radikale Kräfte erringen in Pakistan die Macht, was nicht auszuschließen ist, dann hätten wir eine atomare Bedrohung fast vor der Haustür - dazu religiös motiviert. Dagegen scheint Nordkorea, das sicher stark unter dem Einfluss Chinas steht, vergleichbar harmlos. Ohne die Zustimmung Chinas wird Nordkorea höchstens Drohgebärden aber nichts Schlimmeres unternehmen. Meiner Meinung nach sollten alle, die eine atomare Eskalation verhindern wollen, über China auf Nordkorea einwirken und vielleicht endlich ihre geopolitischen Ansprüche gründlich überdenken. Weder die USA, Russland oder China können in Frieden leben, wenn sie sich nicht mit den anderen arrangieren. Das ist möglich uns sollte weltpolitisch das primäre Ziel sein.
schmiddn 21.07.2015
4.
Es wäre auch ungünstig für Nordkorea, wenn sich herausstellt, dass sie nur Pseudo-Atomwaffen besitzen. Dann ist das Drohpotential erheblich geringer.
baboinfinite 21.07.2015
5.
Logo, Nordkorea hat nichts aber auch rein gar nichts dazu beigetragen, dass die USA in Südkorea stehen und Militärübungen abhalten.
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