Handel mit China und Russland Nordkorea umgeht Uno-Sanktionen in großem Stil

Nordkorea hat 2017 durch illegale Exporte 200 Millionen Dollar eingenommen. Das geht aus einem Uno-Bericht hervor. Geliefert wurde unter anderem Kohle an Russland und China - und Kriegsgerät an Syrien.

Kim Jong Un
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Kim Jong Un


Nordkorea umgeht offenbar in großem Stil die gegen das Land verhängten Uno-Sanktionen. Zwischen Januar und September 2017 habe das Regime fast 200 Millionen Dollar durch verbotene Exporte eingenommen, heißt es in einem jetzt bekannt gewordenen Expertenbericht an den Uno-Sicherheitsrat. Dabei geht es unter anderem um Kohle und Eisen. Zudem habe die Regierung in Pjöngjang Waffen nach Syrien und Burma geliefert.

Nordkorea exportiere nach wie vor "beinahe alle in den Resolutionen verbotenen Güter", schreiben die Uno-Beobachter in dem 213 Seiten langen Dokument. So werde Kohle heimlich nach China, Malaysia, Russland, Südkorea und Vietnam exportiert. Zur Umgehung der Sanktionen würden Schiffe unter falscher Flagge fahren und Kohle auf dem Meer austauschen. Die Herkunft des Rohstoffs werde zudem durch gefälschte Dokumente verschleiert.

Das Regime von Diktator Kim Jong Un umgeht dem Bericht zufolge auch Importverbote für Erdöl. Das Land stützt sich dabei demnach auf ausländische Helfer und Unternehmen sowie das internationale Bankensystem.

"Lukrative Märkte" für Schmuggler geschaffen

In dem Bericht wird auch die militärische Kooperation Nordkoreas mit Syrien und Burma beschrieben. Aufgeführt sind unter anderem 40 nordkoreanische Lieferungen für das syrische Chemiewaffenprogramm zwischen 2012 und 2017. Außerdem hätten nordkoreanische Techniker im Jahr 2016 mindestens dreimal Syrien besucht. Burma soll von Nordkorea ballistische Raketen und weitere Rüstungsgüter wie Raketenwerfer erhalten haben.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte wegen des nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramms eine Reihe von Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Die Sanktionen wurden im vergangenen Jahr wiederholt verschärft, unter anderem mit Blick auf Exporte aus Nordkorea und Erdöllieferungen in das Land. Die Vereinten Nationen reagierten damit auf neue Raketentests und den sechsten und bislang größten Atomwaffentest des international isolierten Landes im vergangenen September.

In dem Uno-Bericht heißt es nun, die verschärften Sanktionen hätten "lukrative Märkte" für Schmuggler geschaffen. Die internationale Staatengemeinschaft müsse den "politischen Willen" haben, die verhängten Sanktionen auch tatsächlich durchzusetzen.

wal/wit/Reuters/AFP



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